Hunderte Einsätze jedes Jahr DGzRS: Hochsaison für Seenotretter an der Küste

Von Dirk Fisser | 25.07.2014, 20:57 Uhr

Hochsaison für die Seenotretter an Deutschlands Küsten: Am Donnerstag mussten die Helfer zu einem Schiff mit 170 Menschen an Bord eilen, das sich vor der Insel Mellum festgefahren hatte. Zwar kam das Fahrgastschiff bei steigendem Wasser wieder frei, sieben Passagiere wurden aber dennoch vorsichtshalber von den Seenotrettern an Land gebracht. Ein Einsatz von Hunderten jedes Jahr.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) waren es allein an Niedersachsens Küste im vergangenen Jahr 604 Einsätze, bei denen zwei Menschen aus Seenot gerettet und knapp 100 aus anderweitigen Gefahrensituationen befreit wurden. Bundesweit sind es laut DGzRS-Sprecherin Antke Reemts jährlich knapp 2100 Einsatzfahrten der 60 Seenotkreuzer und -rettungsboote an Nord- und Ostsee.

Auch wenn die Zahl über die Jahre stabil geblieben sei, würden die Herausforderungen an die haupt- und ehrenamtlichen Helfer größer. Reemts erinnerte an die mittlerweile mehr als 300 Meter langen Containerschiffe, die auf den Meeren unterwegs sind. Rettungsaktionen seien auf diesen Giganten eine Herausforderung. Erst Mitte des Monats war ein Container auf der 366 Meter langen „Cosco Pride“ in Brand geraten. Die Besatzung konnte das Feuer allerdings rechtzeitig selbst löschen und so Schlimmeres verhindert.

Finanziert werden die Einsätze, Schiffe und Mitarbeiter der DGzRS durch Spenden. Nach Angaben von Sprecherin Reemts sammelte die Gesellschaft 2013 insgesamt 21,02 Millionen Euro – plus 9,7 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012. Von diesem Geld wird auch ein 28 Meter langes Rettungsschiff finanziert, das gerade in einer Werft an der Unterweser gebaut und kommendes Jahr anlässlich des 150-jährigen Bestehens der DGzRS übergeben wird.

Am Wochenende feiert die Gesellschaft übrigens den „Tag der Seenotretter“. Die Stationen an der Nordseeküste geben dabei Einblick in ihre Arbeit. So etwa am Samstag in Norddeich von 11 bis 18 Uhr. Am Sonntag folgt unter anderem Borkum von 11 bis 15 Uhr. Hier werden Rettungsübungen zusammen mit niederländischen Seenotrettern abgehalten. Weitere Infos auf www.seenotretter.de.