Hoffnung auf 60.000 Euro Prämie Teilerfolg für Sprengmeister vor Bundesarbeitsgericht

Von Dirk Fisser | 16.07.2014, 17:21 Uhr

Der Sprengmeister, der zusammen mit Kollegen 2011 vor Wilhelmshaven mehr als 100 Wasserbomben aus dem Zweiten Weltkrieg in die Luft gejagt hat, darf weiter auf Zahlung einer Sonderprämie von rund 60.000 Euro hoffen. Vor dem Bundesarbeitsgericht erzielte er einen Teilerfolg.

Geld sieht er deswegen aber noch nicht. Die Richter in Erfurt verwiesen das Verfahren zurück an das Landesarbeitsgericht in Hannover (hier die Mitteilung). Das muss nun feststellen, wie viele Wasserbomben der Fachmann transportiert hatte und in welcher Anzahl die Sprengkörper noch mit Zündern versehen waren. Danach bemisst sich dann, in welcher Höhe die Sonderprämie ausgeschüttet werden muss. Nach Tarifvertrag sind es pro Bombe mit Langzeitzünder 567,53 Euro.

Richter: Sprengung ist keine Entschärfung

Die höchsten Arbeitsrichter gaben dem Land Niedersachsen zwar teilweise recht: Eine Sprengung sei im Sinne des Tarifvertrages keine Entschärfung. Allerdings falle bereits im Falle des Transports die Sonderprämie an, sofern die Bomben noch mit einem Langzeitzünder versehen waren. Das Land Niedersachsen hatte sowohl vor dem Arbeitsgericht Oldenburg als auch vor dem Landesarbeitsgericht den Transport abgestritten, die Richter in erster und zweiter Instanz hatten die Einschätzung geteilt (hier das Urteil aus Oldenburg). Durch die Feststellung der Bundesrichter hat jetzt aber ein Transport stattgefunden: Die Wasserbomben waren zur Sprengung ins Watt vor Wilhelmshaven gebracht worden.

Wann über eine mögliche Zahlung der Prämie entschieden wird, steht derzeit noch nicht fest. Vier weitere Kollegen des Sprengmeisters haben ebenfalls geklagt. Ihre Verfahren wurden zurückgestellt, bis in dem Musterverfahren endgültig geurteilt wird. Insgesamt geht es um eine Summe von 250.000 Euro. Die Sprengung im Frühjahr 2011 ist bei Youtube in einem Video dokumentiert (hier klicken).