Hannover-96-Jungprofi gestorben Drei Tote nach Party in Hannover – Unfallfahrer verurteilt

Von dpa | 09.02.2017, 16:50 Uhr

Der schwere Autounfall, bei dem drei Teenager getötet wurden, löste im vergangenen Frühjahr in Hemmingen bei Hannover große Bestürzung aus. „Ihr fehlt so sehr ...“ steht auf einem Gedenkstein, der heute noch an der Unglücksstelle liegt.

Nach dem Tod von drei jungen Menschen bei Hannover hat der Fahrer des Unfallautos eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten erhalten. Das Amtsgericht Hannover verurteilte den 22-Jährigen am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Fahrens unter Alkoholeinfluss. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts mindestens 1,12 Promille im Blut, als er mit seinem Wagen am frühen Morgen des 1. Mai 2016 gegen einen Baum krachte. Bei dem Unfall zwischen Pattensen und Hiddestorf starben der Hannover-96-Jungprofi Niklas Feierabend (19) sowie ein 18-jähriges Mädchen und ein gleichaltriger Junge.

Der junge Mann war auf der Landstraße nicht mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Die einzige mögliche Erklärung für seinen Fahrfehler sei der Alkoholkonsum gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung, wie ein Gerichtssprecher erläuterte. Der Unfalltod eines Kindes sei das Schlimmste, was Eltern erleiden könnten, betonte der Richter. Der Täter sei aber auch Opfer seiner Tat geworden.

Der Verteidiger des 22-Jährigen hatte zum Prozessauftakt erklärt, dass sein Mandant keine Erinnerungen an den Unfall habe. Der junge Mann ist immer noch krankgeschrieben, hatte Suizidgedanken und kämpft mit seiner Schuld. Alle Beteiligten hatten zuvor zusammen den 19. Geburtstag des Fußballers gefeiert. Nach Aussage seines Verteidigers hatte der 22-Jährige Bier getrunken, sich bei der Abfahrt aber wieder fahrtüchtig gefühlt. Ein 19-Jähriger, der auf dem Beifahrersitz saß, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Er gab am Donnerstag als Zeuge an, sich an nichts erinnern zu können.

Mit dem Urteil folgte der Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte lediglich eine Verurteilung wegen einer Trunkenheitsfahrt gefordert. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass zum Beispiel auch ein Reh den Unfall versucht habe, sagte der Anwalt des 22-Jährigen.

Der Tod der drei jungen Menschen hatte in der Gemeinde Hemmingen große Bestürzung ausgelöst. An der Kooperativen Gesamtschule, die die drei Unfallopfer besucht hatten, lag ein Kondolenzbuch aus. Hannover 96 erinnerte unter anderem mit einer Gedenkminute am folgenden Bundesliga-Spieltag an Niklas Feierabend. Heute noch liegen Gedenksteine etwa mit der Aufschrift „Ihr fehlt so sehr ... Wir werden euch nie vergessen“ an der Unglücksstelle.