Guter Tag für Verkehrssicherheit Blitzmarathon 2015: Ergebnisse der Kontrollen in der Region

Von Christian Ströhl | 17.04.2015, 13:00 Uhr

Der Blitzmarathon 2015 ist zu Ende. Die Bilanz: Eine zufriedene Polizei, disziplinierte Verkehrsteilnehmer und einige Unbelehrbare, denen der Entzug der Fahrerlaubnis droht. Lesen sie die regionalen Ergebnisse des Blitzmarathons im Überblick.

Die mobilen Blitzer sind wieder abgebaut, die Radarwagen zurück an der Polizeiwache und die Büroarbeit der Beamten ist erledigt. Seit 0.00 Uhr in der Nacht ist der erste europäische Blitzmarathon zu Ende. Die Polizeidirektion Osnabrück zog am Freitagmorgen eine Bilanz der Aktion. Und diese fällt bis auf einige Ausnahmen durchaus positiv aus.

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17 Fahrverbote verhängt

Im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück wurde die Geschwindigkeit an über 60 Messstellen von den ostfriesischen Inseln bis zum Teutoburger Wald überprüft. Insgesamt kontrollierte die Polizei die Geschwindigkeit von 27.742 Fahrzeugen. 1.100 Verkehrsteilnehmer waren zu schnell unterwegs, wovon jedoch den Großteil der Geschwindigkeitsüberschreitungen mit 870 Fällen leichte Verstöße ausmachten. Bei 230 gravierenden Verstößen waren die Fahrzeugführer mehr als 21 Km/h zu schnell unterwegs. Davon 17 mal so schnell, dass sie mit einem Fahrverbot rechnen müssen.

Die Ergebnisse im Raum Osnabrück

Die Polizei Osnabrück kontrollierte während der 18-stündigen Aktion insgesamt 2403 Fahrzeuge an elf Kontrollstellen in der Stadt und im Landkreis. Dabei verzeichneten die Beamten 135 Verstöße im Verwarngeldbereich. 66 Verkehrsteilnehmer fuhren so schnell, dass sie mit einer Anzeige rechnen müssen. Bei drei Fahrern wird es ein Fahrverbot geben. Außerdem leiteten die Beamten ein Verfahren wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis ein.

Die Bilanz für das Emsland und die Grafschaft

In der Grafschaft Bentheim und im Emsland wurde die Geschwindigkeit an 22 Standorten gemessen. Der Landkreis Emsland und der Landkreis Grafschaft Bentheim unterstützten die Aktion mit jeweils vier weiteren Messstellen. Insgesamt wurden bei den Kontrollen 9494 Fahrzeuge gemessen. 503 Autofahrer fuhren dabei mit überhöhter Geschwindigkeit, das sind 5,30 Prozent der gemessenen Fahrzeuge. Elf der Fahrer müssen mit einem Fahrverbot rechnen, da sie erheblich zu schnell waren. Der schnellste Fahrer war in Aschendorf mit einer Geschwindigkeit von 123 bei erlaubten 80 Stundenkilometer unterwegs.

Die „Spitzenreiter“

Ein weiteres negatives Beispiel einer gravierenden Geschwindigkeitsüberschreitung stellten die Beamten bei einer Kontrolle in der Nähe von Bersenbrück fest. Dort raste ein Autofahrer statt mit erlaubten 70 satte 114 km/h, also 44 Stundenkilometer zu schnell über die Landstraße. Der Fahrer muss sich auf ein einmonatiges Fahrverbot einstellen. In einem anderen Fall fuhr ein Verkehrsteilnehmer im Landkreis Emsland bei Freren 36 Km/h zu schnell. Dieser fuhr mit Tempo 116 durch eine 80er-Zone.

„Umdenken muss stattfinden“

Polizeivizepräsident Friedo de Vries zeigte sich gemessen an der hohen Anzahl kontrollierter Fahrzeuge zufrieden mit dem Ergebnis des dritten bundesweiten Blitzmarathons: „Die Verkehrsteilnehmer haben die Aktion wahrgenommen und hielten sich größtenteils an die Geschwindigkeitsvorgaben.“ Es habe auch an einem solchen Tag Raser gegeben, die trotz groß angekündigter Kontrollen immer noch viel zu schnell unterwegs gewesen seien. De Vries sagte, dass insbesondere bei diesen Verkehrsteilnehmern ein Umdenken stattfinden müsse. De Vries: „Wer rast gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere. Wir hoffen auf eine nachhaltige Verhaltensveränderung.“

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184.003 Fahrzeuge in Niedersachsen kontrolliert

Um diese Verhaltensveränderung zu erreichen, waren in ganz Niedersachsen 750 Polizeibeamte plus 80 kommunale Beschäftigte im Einsatz. Landesweit wurde die Geschwindigkeit an 516 Standorten gemessen und 184.003 Fahrzeuge kontrolliert. Bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen lagen 3.833 im Verwarngeldbereich und 1.332 im Bußgeldbereich. Die Quote der Verstöße sank landesweit auf den bisher niedrigsten Stand: 2,81 Prozent der Verkehrsteilnehmer in Niedersachsen waren beim dritten Blitzmarathon zu schnell unterwegs. Im September 2014 waren es noch 3,49 Prozent und im Oktober 2014 3,14 Prozent.

Verstoßquote auch in Polizeidirektion gesunken

Die Verstoßquote in der Polizeidirektion liegt bei positiven 3,97 %. Bei dem zweiten bundesweiten 24-Stunden-Blitzmarathon im September 2014 lag sie noch bei 4,95 %. „Wir alle können einen kleinen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten“, so lautete der Apell vom Polizeivizepräsidenten zum Schluss. Die Polizei hofft, dass die positive Wirkung der gestrigen Kontrollaktion auch in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten noch anhält. Nichtsdestotrotz wird es auch in nächster Zeit wieder unangekündigte Kontrollen geben.