Flüchtlinge in Arbeit vermittelt Oldenburger Kammer sieht Erfolge bei Integration

Von Ole Rosenbohm | 24.03.2017, 21:55 Uhr

Die Handwerkskammer Oldenburg berichtet von erfolgreichen Bemühungen, Flüchtlinge im Beruf zu integrieren. Noch allerdings sind die Zahlen klein.

Oldenburg. Noch ist die Flüchtlingswelle nicht überall in den Handwerksbetrieben der Region angekommen. Aber erste Erfolge habe die vom Landes-Wirtschaftsministerium geförderte Initiative „Integrationsprojekt handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber“ (IHAFA) erreicht, meinten gestern Vertreter der beteiligten Handwerkskammer Oldenburg (HWK).

Konkret seien 36 Personen in Arbeit vermittelt worden. 77 Geflüchtete hätten eine reguläre Ausbildungsstelle im Handwerk begonnen, davon 25 aus dem IHAFA-Projekt. Zudem seien aus dem Projekt 20 Einstiegsqualifizierungen und 202 Praktika organisiert worden. Von insgesamt 411 Personen hätten die beiden Integrationsberater der HWK Personalbögen angefertigt. Angesichts von mehreren Tausend Flüchtlingen im Oldenburger Land sind das wenig, aber „am Anfang sah es noch so aus, als wenn wir diese Quote nie erreichen würden“, sagte HWK-Präsident Manfred Kurmann.

Neben oft nicht ausreichender Schulbildung bilden vor allem mangelnde Deutschkenntnisse die größten Hindernisse auf dem Weg in Ausbildung. Ohne gutes Deutsch funktioniert es in der Berufsschule nicht und auch nicht mit den Kollegen, sagte HWK-Integrationsberater Hussein Kerri. Da könne so mancher Ausbildungsvertrag zu früh kommen. Kerri stellt das IHAFA-Projekt regelmäßig in den regionalen Flüchtlingsheimen vor – in denen Bewohner oft bis zu einem halben Jahr auf einen Platz in einer Sprachlernklasse warten. Die Annahme, dass viele Geflüchtete dem Arbeitsmarkt schnell zur Verfügung stehen, war zu optimistisch, sagt Kerri.

Die Erfolgreichen geben Beispiele. Kerri berichtete von einem 24-Jährigen, seit 2015 in Deutschland, in Syrien einst Student: Anfangs noch ohne Deutschkurs, begann er in seiner Freizeit zu lernen. Inzwischen spricht er auf gutem Niveau. Das muss er auch: Ab August beginnt der 24-Jährige eine Ausbildung zum Frisör – wohl in kaum einem Job wird mehr geplaudert.

Ein Selbstläufer war aber auch er nicht. Kerri hat mit ihm etwa zehn Beratungsgespräche geführt. Am Ende hätte er einen wertvollen Mitarbeiter im Team, hofft sein Chef Paul Himmel vom „City Salon“. Vielleicht auch einen für Führungsaufgaben.

Auch andere Betriebe hoffen auf Nachwuchs. 250 Firmen haben zum Start des IHAFA-Projekts erklärt, Praktikumsplätze oder bei Eignung auch Ausbildungsplätze anzubieten. Falls sie dafür noch keine Kandidaten gefunden haben: Kürzlich wurde das Integrationsprojekt bis 2019 verlängert.