Deutsche Bundesstiftung Umwelt vergibt Europas höchstdotierten Umweltpreis an süddeutsche Unternehmer „Sieben-Meilen-Stiefel für den Klimaschutz“

Von Karsten Grosser | 29.09.2011, 14:57 Uhr

Der mit einer halben Million Euro höchstdotierte Umweltpreis Europas wird in diesem Jahr geteilt. Jeweils 250000 Euro gehen an die Firmenlenker zweier süddeutscher Unternehmen, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück bekannt gab. Die DBU zeichnet mit dem seit 1993 jährlich vergebenen Deutschen Umweltpreis Einsatz und Leistungen aus, die vorbildhaft zur Erhaltung der Umwelt beitragen. Die Preisträger:

Versandhaus für ökologische Produkte: Auszeichnungen wie „Ökomanager des Jahres“ oder die Bayrische Verdienstmedaille ist der Vorstandssprecher der memo AG bereits gewohnt. Vor 20 Jahren gründete Jürgen Schmidt in Greußenheim (Landkreis Würzburg, Bayern) ein Versandhaus, das ökologische Produkte für Büro, Schule, Haushalt und Freizeit vertreibt. Seitdem wird sein Unternehmen immer wieder für seinen Vorbildcharakter ausgezeichnet. Schmidt sei der Trendsetter der Nachhaltigkeit, lobte DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde den Preisträger und sprach der memo AG „Modellcharakter“ zu. „Das Warensortiment des klimaneutralen Versandhauses, das nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien zusammengestellt wird, regt nachhaltige Kaufentscheidungen an“, ergänzte Brickwedde.

Feuer ohne sichtbare Flamme: Hochtemperaturprozesse wie zum Beispiel bei der Stahlherstellung sind energieintensiv und verursachen meistens auch einen hohen Schadstoffausstoß. Dem wirkt ein Verbrennungsverfahren entgegen, das Joachim Alfred Wünning und sein Sohn Joachim Georg Wünning entwickelt haben: Flox – die flammenlose Oxidation. Wie die DBU mitteilte, hat Wünning senior dieses Phänomen erstmals 1989 in einer Brennkammer seiner Firma WS Wärmeprozesstechnik (Renningen, Landkreis Böblingen) beobachtet. Unter der Leitung von Wünning junior sei das patentierte Verfahren, das den Anteil von Stickoxiden im Abgas deutlich reduziere, verbessert worden. Stickoxide reizen die Lunge und spielen eine Rolle bei der Smog- und Ozonbildung. „Die Flox-Technologie bietet noch ein riesiges Innovationspotenzial“, sagt Wünning senior, der wie sein Sohn Geschäftsführer des baden-württembergischen Unternehmens ist. Auch DBU-Generalsekretär Brickwedde stimmte euphorische Worte an: „Vater und Sohn Wünning haben einen zentralen Beitrag dazu geleistet, dass bei Hochtemperaturprozessen eine effizientere Energieverwendung und deutliche Emissionsminderungen an der Tagesordnung sind.“ Hier handele es sich um Sieben-Meilen-Stiefel für den Umwelt- und Klimaschutz, begründete Brickwedde die Entscheidung der DBU.

Preisverleihung: Die Preise an Jürgen Schmidt (memo AG) sowie an Joachim A. Wünning und Joachim G. Wünning (WS Wärmeprozesstechnik) werden am 30. Oktober in Stuttgart durch Bundespräsident Christian Wulff überreicht.