Burgerbrater trennen sich im Streit Krach im Burgerland: Aus Hans im Glück wird im Norden Peter Pane

Von Sven Kienscherf, Sven Kienscherf | 27.02.2016, 10:00 Uhr

Die Burger-Landschaft im Norden steht vor Veränderungen. Die Burgerkette Hans im Glück und einer ihrer größten Franchisenehmer haben sich verkracht. Jetzt kämpfen sie im selben Gebiet als Konkurrenten um Kunden.

Das Tischtuch ist zerschnitten. Die Burgerkette Hans im Glück und der Franchisenehmer Paniceus, der bisher zwölf Restaurants der Kette betrieb, gehen getrennte Wege. Für die sieben Paniceus-Filialen im Norden Deutschlands bedeutet das: Aus Hans im Glück wird Peter Pane. Am 7. März soll das erste Restaurant unter diesem Namen neu eröffnet werden, bis zum 16. April folgen die übrigen. 

Das betrifft Restaurants an den Standorten Bremen, Flensburg, Hamburg, Lübeck, Oldenburg, Rügen und Osnabrück. Vorausgegangen war dem ein Streit zwischen der Hans im Glück Franchise GmbH mit Sitz in München und dem in Lübeck ansässigen Franchisenehmer und dessen Chef Patrick Junge.

Beide Parteien werfen sich Vertragsbruch vor. Von „Alleingängen und Abweichungen“ sprach die Münchner Zentrale nach dem Bruch im Januar, umgekehrt schimpfte Junge über „ernsthafte und endgültige Erfüllungsverweigerung des Franchise-Gebers“. Auf Nachfrage, was die Vorwürfe im Einzelnen bedeuten, gaben sich beide Seiten schmallippig.

Auf den ersten Blick dürfte das Ende der Partnerschaft vor allem Hans im Glück schmerzen. Zwar gehören Paniceus auch Hans im Glück Filialen in Berlin und Potsdam. Vor allem aber verlieren die Münchner auf einen Schlag sämtliche ihrer Restaurants im Norden. Die nördlichste Hans im Glück Filiale liegt nun in Münster.

Expansion im Norden

 Kampflos wollen die Münchner das Feld nicht räumen . „Die Hans im Glück Franchise GmbH wird die Expansion in Norddeutschland zukünftig selbst mit der Vergabe von Einzelfranchisen vorantreiben“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ihren Schwerpunkt hat die Kette derzeit im Süden der Republik.

Aber auch Paniceus will sich nicht mit zwölf Standorten zufriedengeben. Jedes Jahr sollten bis zu sechs Restaurants hinzukommen. Zunächst soll das Angebot im Norden Deutschlands verdichtet werden, bei „Spitzenstandorten“ hat man den Blick aber durchaus auf das ganze Land gerichtet. Schon 2019 will Peter Pane mit rund 30 Filialen in Deutschland vertreten sein, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte. Wer will, kann das als Kampfansage an den ehemaligen Franchisegeber verstehen. Hans im Glück zählt nach der Trennung von Junge laut Homepage noch 34 Restaurants. Stehen sich also bald zwei etwa gleich starke Ketten gegenüber, mit einem ähnlichen Konzept? Hans im Glück setzt laut Speisekarte auf hochwertige Zutaten und neben Fleischpattys auf ein großes Angebot an vegetarischen Burgern. Daneben gehören eine ganze Reihe von Cocktails mit zum Markenkern.

Ganz ähnlich klingt das Konzept bei Peter Pane: „Wir werden unseren Gästen weiterhin neben anderen Speisen hochwertige Burger und erstklassige Cocktails anbieten“ – heißt es in einer Pressemitteilung von Paniceus-Chef Patrick Junge.