Bramsche baut Wohncontainer auf Zelte für Asylbewerber in Niedersachsen

09.07.2014, 12:43 Uhr

kück/af Osnabrück. Weil immer mehr Asylsuchende nach Niedersachsen kommen, haben zwei der drei Aufnahmeeinrichtungen bereits Zelte für die Erstunterbringung aufstellen müssen. Am Standort Bramsche werden zusätzliche Wohncontainer aufgebaut.

Die Zelte in den Aufnahmelagern in Friedland (Kreis Göttingen) und Braunschweig könnten kurzfristig genutzt werden, wenn die Plätze in den Unterkünften nicht ausreichen, etwa wegen „unkalkulierbarer Zugänge am späten Abend“, teilte das niedersächsische Innenministerium am Mittwoch mit. Der Standort Bramsche-Hesepe im Landkreis Osnabrück sei davon nicht in so stark betroffen, sagte Conrad Bramm, Leiter der Aufnahmeeinrichtung, auf Nachfrage. Größtenteils erfolge die Erstunterbringung der Bewohner hier aus weniger Ländern und sei gesteuert.

Für die 132 Menschen aus Syrien, die für Donnerstag angekündigt sind, bereite man die Zimmer derzeit noch vor. Mit dann insgesamt 662 Bewohnern „sind wir deutlich gefüllt“, sagte Bramm. In den kommenden zwei Wochen würden in Hesepe 24 zusätzliche Wohncontainer aufgebaut und zwei weitere mit sanitären Einrichtungen.

„Der aktuell starke Anstieg von Asylsuchenden nach Deutschland stellt die Aufnahmeeinrichtungen des Landes Niedersachsen vor besondere Herausforderungen“, hieß es aus dem Ministerium. Die Zeltbauten seien mit Unterstützung von Hilfsorganisationen wie der Johanniter Unfallhilfe errichtet worden. Sie sollten „im Ausnahmefall und nur für eine Unterbringung für je eine Nacht genutzt werden, um auch in Notfällen die Flüchtlinge beherbergen zu können“.

Den Angaben zufolge wurden die Zelte in Braunschweig in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch erstmals genutzt, um einen Familienverbund von 30 Personen unterzubringen. Am Mittwoch seien die Asylbewerber direkt in feste Unterkünfte umquartiert worden. Auch in Friedland gebe es großen Andrang, allerdings sei „ nicht davon auszugehen, dass die Zelte in Anspruch genommen werden müssen“.

„Wir verstehen die Kommunen, die natürlich durch die deutlich gestiegenen Asylbewerberzahlen auch Probleme dabei haben, die Menschen angemessen unterzubringen und zu betreuen“, sagte Landesinnenminister Boris Pistorius (SPD) laut Mitteilung. „Umso wichtiger ist es, den Asylbewerberinnen und Asylbewerbern gerade bei ihren ersten Schritten in Deutschland in den Landesaufnahmebehörden Niedersachsen ausreichend Platz für die erste Übernachtung zur Verfügung zu stellen. Deshalb haben wir lediglich vorsorglich die Zelte aufgebaut, um auch in Notfällen vorbereitet zu sein.“

In diesem Jahr erwartet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bis zu 175.000 Asyl-Erstantragsstellern, für Niedersachsen bedeutet das dem Ministerium zufolge 16.300 Erstantragsteller. Jüngste Schätzungen des Bundesinnenministeriums reichen bis zu 200.000 Asylsuchenden. Im vergangenen Jahr waren laut BAMF in Deutschland rund 110.000 Erstanträge gestellt worden.