Blitzmarathon 2015 Blitzmarathon: Mehr als 5000 Tempoverstöße in Niedersachsen

16.04.2015, 09:18 Uhr

nibu/pm Hannover. Das Niedersächsische Innenministerium zieht nach dem Blitzmarathon am Donnerstag Bilanz. Mehr als 5000 Tempoverstöße hat es landesweit gegeben.

Der Blitzmarathon war am Donnerstagmorgen um 6 Uhr gestartet und wegen der zentralen Gedenkfeier in Köln für die Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen um Mitternacht zu Ende gegangen – und nicht wie in der Vorjahren erst nach 24 Stunden. An landesweit 516 Messorten kontrollierten laut Niedersächsischem Innenministerium rund 750 Polizisten sowie fast 80 kommunale Beschäftigte insgesamt 184000 Verkehrsteilnehmer. (Weiterlesen: Die Ergebnisse des Blitzmarathons in der Region) 


  • 5165 Tempoverstöße wurden gezählt, was einer Beanstandungsquote von 2,81 Prozent entspricht. An vergleichbaren Tagen ohne angekündigte Kontrollen errechnet die Polizei meistens eine Quote von elf Prozent.
  • Die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße liegt im Verwarngeldbereich (bis 35 Euro) mit 3833 Fällen gegenüber dem Blitzmarathon im Herbst 2014 mit 3338 Fällen leicht höher.
  • Die Anzahl der Verstöße im Bußgeldbereich (ab 40 Euro mit Punkten) hat ebenfalls zugenommen. Hier zählte die Polizei 1332 Verstöße gegenüber 975 im September.
  • Mit einem Fahrverbot müssen 91 Autofahrer rechnen, bei der Aktion im Herbst waren es noch 35 Verbote.


Einschätzung von Innenminister Boris Pistorius

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius zog eine positive Bilanz. „Die Ergebnisse zeigen: Raserei war bei der angekündigten Aktion nicht angesagt. Die meisten Fahrer waren mit gedrosseltem und vorgeschriebenem Tempo unterwegs“, so der Minister. „Genau das ist unser Ziel: den Autofahrern klar zu machen, dass Raserei leider viel zu oft tödlich endet.“

Außergewöhnliche Fälle in Niedersachsen


  • In der Region Hannover war ein Autofahrer doppelt so schnell unterwegs wie erlaubt. Auf einer Bundesstraße wurde er in einer 70-er Zone mit Tempo 140 gemessen.
  • Im Landkreis Hildesheim bei Sorsum fuhr ein Motorradfahrer auf der Bundesstraße 1 statt der erlaubten 70 Kilometer pro Stunde mit Tempo 159.
  • Bei einem 50-jährigen Golffahrer aus Wolfsburg ist neben einem Geschwindigkeitsverstoß auch noch ein Strafverfahren eingeleitet worden. Er fuhr auf der B248 zunächst fast 50 Kilometer pro Stunde über dem erlaubten Tempo 100. Bei der Kontrolle stellte die Polizei fest, dass der Fahrer unter Einfluss von Kokain hinterm Steuer saß.

Der Blitzmarathon in Münster

In Münster überprüften die Ordnungshüter insgesamt 50759 Fahrzeuge. Dabei stellten sie 1582 Verstöße fest. Die meisten Autofahrer hielten sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Dennoch fielen Einzelne besonders auf. Im Stadtgebiet Münster überprüften die Beamten 15961 Fahrzeuge und ahndeten 446 Verstöße. Ein Autofahrer fuhr am frühen Abend mit 88 Kilometern pro Stunde bei vorgeschriebenen 50 Kilometern pro Stunde über die Weseler Straße. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Mann gar keinen Führerschein hat. Ihn erwartet nun ein Strafverfahren.

Auf den Autobahnen im Münsterland kontrollierten die Beamten 34798 Verkehrsteilnehmer. Dabei stellten sie 1136 Verstöße fest. Am Abend fuhr ein Fahrzeugführer aus München auf der Autobahn 43 bei Dülmen mit Tempo 178 bei erlaubten 100 Kilometern pro Stunde in eine Radarmessung. Er muss nun mit einer Geldbuße in Höhe von 600 Euro, einem dreimonatigen Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg rechnen. Insgesamt waren 15 Fahrzeugführer so schnell unterwegs, dass sie ein Fahrverbot erwartet.

Der Blitzmarathon in Bielefeld

Trotz Vorankündigung registrierte die Polizei in Bielefeld zahlreiche Temposünder. In Bielefeld und auf den Autobahnen in Ostwestfalen wurden insgesamt 53194 Fahrzeuge gemessen. 10245 Fahrzeuge wurden im Stadtgebiet gemessen. 397 Fahrzeugführer zahlten ein Verwarnungsgeld - 55 erhielten eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige. Sechs Autofahrer waren so schnell, dass sie ein Fahrverbot erhalten.

42949 Fahrzeuge wurden auf den Autobahnen gemessen. 21 Fahrzeugführer zahlten ein Verwarnungsgeld – 270 erhielten eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige. 14 Autofahrer waren so schnell, dass sie ein Fahrverbot erhalten. Die höchste Überschreitung wurde auf der A2 im Bereich Porta Westfalica mit 53 km/h gemessen.