Bildungsmonitor Studie: Niedersachsens Bildungssystem ist mittelmäßig

Von dpa | 19.08.2014, 15:51 Uhr

Keine guten Noten hat Niedersachsen bei einer aktuellen Bildungsstudie bekommen. Das Bildungswesen kam im innerdeutschen Ländervergleich auf Platz neun.

Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche „Bildungsmonitor“, den das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft am Dienstag in Berlin vorstellte. Am besten schnitten bei der Studie Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg ab.

Nachholbedarf bei den Betreuungsbedingungen

Niedersachsen konnte unter anderem beim effizienten Umgang mit Zeit im Bildungssystem und der Ausgabenpriorisierung - also der Priorität von Bildungsausgaben im öffentlichen Haushalt - punkten. Nachholbedarf gibt es bei den Betreuungsbedingungen und bei der Hochschule.

Kritik an der Debatte um die Verlängerung der Schulzeit

Deutliche Kritik übte der verantwortliche Autor des Monitors, Axel Plünnecke, an der Diskussion um eine Verlängerung der Gymnasialzeit auf wieder neun Jahre. Nach seinen Worten unterscheiden sich die Schulergebnisse von G8 zu G9 kaum. Die Verkürzung habe auch keine relevanten Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung und Lebenszufriedenheit der Schüler. Plünnecke riet eindringlich davon ab, die Reform rückgängig zu machen. Laut Studie haben jene Bundesländer die besten Ergebnisse, die ihre Bildungseinrichtungen nicht immer neuen Strukturreformen aussetzen.

Letzte Plätze für Berlin und Nordrhein-Westfalen

Größte Fortschritte gegenüber dem Vorjahr verzeichnen laut Studie das Saarland, Hamburg, Brandenburg und Hessen. Die letzten Plätze belegen Berlin und Nordrhein-Westfalen. Die Autoren heben hervor, dass das Saarland die Drittmittel für Professoren erhöhte und das Duale Studienangebot ausbaute; in Hamburg nahm der Anteil der Ganztagsschüler zu, in Hessen stieg der Anteil der Habilitationsquote und in Brandenburg verbesserte sich der Betreuungsschlüsse in Kitas.

Der Bundesländervergleich, bei der verschiedene Bildungsstudien und Daten von Kultusministerkonferenz und Statistischem Bundesamt ausgewertet werden, ist im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt. Die Initiative wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert.

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