Bei Verletzungen drohen Sanktionen Tierschutz: Land will Hühnern auf Füße schauen

Von Dirk Fisser | 09.01.2014, 07:32 Uhr

Niedersachsens Landwirtschaftsministerium will die Füße von Masthühnern kontrollieren lassen. Das geht aus einem Erlassentwurf aus Hannover hervor.

Demnach sollen künftig die Fußballen der Tiere durch Kamerasysteme oder geschulte Unternehmensmitarbeiter in den Schlachthöfen kontrolliert werden. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verletzungen müssen die Landwirte mit Sanktionen rechnen.

Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, dass der geplante Erlass Baustein des Tierschutzplanes in Niedersachsen ( hier ein PDF zum Thema ) sei. „An der Häufigkeit und Schwere der Fußballenverletzungen lassen sich Rückschlüsse auf die Haltung und den Tierschutz im jeweiligen Stall erkennen.“

Ursachen für wunde Füße könnten beispielsweise überbelegte Ställe oder mangelnde Qualität der Einstreu sein. Für die Masthühner sei das „mit Schmerzen und Leiden verbunden“.

Laut Entwurf müssen Auffälligkeiten vom Schlachthof an den Züchter gemeldet werden, der dann für eine Verbesserung zu sorgen hat. Weisen mehr als 20 Prozent der Tiere „schwere, tiefe Läsionen“ an den Füßen auf, so der Wortlaut im Erlass, werden die zuständigen Kontrollbehörden – in der Regel angesiedelt bei den Landkreisen – eingeschaltet.

Der Tierhalter soll dann verpflichtet werden, für bessere Bedingungen im Stall zu sorgen und dies auch zu dokumentieren. „Die Umsetzung wird von der Behörde kontrolliert, zum Beispiel durch unangemeldete Vor-Ort-Kontrollen“, sagte die Ministeriumssprecherin.

„Mehr Platz für Tiere“

Sei keine Verbesserung der Situation zu erkennen, könne beispielsweise eine Reduzierung der sogenannten Besatzdichte im Maststall angeordnet werden – im letzten Schritt auf bis zu 33 Kilogramm Lebendgewicht pro Quadratmeter. „Das heißt, mehr Platz für das einzelne Tier.“

Derzeit befinde sich der Erlass in der sogenannten Verbandsbeteiligung, sagte die Sprecherin. Der Branchenzusammenschluss Niedersächsische Geflügelwirtschaft (NGW) und die ausführenden Behörden könnten bis zum 14. Januar dazu Stellung nehmen und Änderungsvorschläge einbringen, bevor er dann verbindlich werde. Das Ministerium plane „ein möglichst zügiges Inkrafttreten, um den Tierschutz in Niedersachsen weiter zu stärken“, teilte die Sprecherin mit.

 NGW-Vorsitzender Friedrich-Otto Ripke sagte, die Regelung „ist grundsätzlich zu begrüßen“. Die zugrunde liegenden Messverfahren und Richtwerte zu Fußverletzungen bei Hühnern seien von der Geflügelwirtschaft entwickelt worden. Er warnte allerdings davor, „zu viel Verwaltungsaufwand daraus zu machen“.