Auswirkungen durch Coronavirus Bahnunternehmen passen Regionalverkehr in Niedersachsen an

Von Jakob Patzke | 19.03.2020, 16:21 Uhr

Der Regionalverkehr der Bahn wird in Niedersachsen an die Corona-Situation angepasst. Vor allem für Pendler soll der Bahnverkehr sichergestellt werden.

Nach eigenen Angaben hat die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) dazu Rücksprache mit den Bahnunternehmen gehalten. Vor allem Verbindungen im Berufsverkehr sollen sichergestellt werden, damit Pendler zur Arbeit fahren können. Auf Hauptstrecken solle in den kommenden Tagen mindestens ein Grundangebot im Stundentakt gefahren werden. Über die Veränderungen im Detail würden die einzelnen Bahnunternehmen entscheiden und informieren.

„"In den Zügen ist es sichtbar leerer geworden. Die Unternehmen können selbst am besten beurteilen, welche Veränderungen möglichst wenige Fahrgäste betreffen – und wie viel Personal sie zur Verfügung haben."“
Carmen Schwabl, Geschäftsführerin der LNVG

Hintergrund der Maßnahme sei das Coronavirus, das das öffentliche Leben bereits stark eingeschränkt habe. Die Schulen bleiben geschlossen, Unternehmen stellen ihren Betrieb ein, viele Beschäftigte arbeiten von zu Hause aus. Das sei auch im Bahnverkehr bemerkbar, sagt Carmen Schwabl, Geschäftsführerin der LNVG. Die Bahnen in Niedersachsen würden deutlich weniger Fahrgäste befördern. Daher können die Bahnunternehmen entscheiden, wie sie ihren Fahrplan strukturieren, so Schwabl, betont allerdings, dass die Gesundheit der Zugfahrer sichergestellt werden muss und Umsteigemöglichkeiten zu anderen Zügen gegeben sein müssen.

„"Wir erwarten, dass im Berufsverkehr ausreichend Züge fahren. Es muss dort genügend Plätze geben, damit Fahrgäste Abstand voneinander halten können."“
Carmen Schwabl, Geschäftsführerin der LNVG

Auf den Hauptstrecken soll der Regionalverkehr möglichst täglich von 5 bis 20 Uhr mindestens im Stundentakt gefahren werden. Auf allen übrigen Strecken soll montags bis freitags zwischen 5 und 9 Uhr sowie zwischen 15 und 19 Uhr möglichst ein Stundentakt bestehen. Zu den übrigen Zeiten soll mindestens ein Zweistundentakt angeboten werden. Laut LNVG können die Bahnunternehmen hier auch Busse einsetzen.

30 Prozent weniger Angebot auf den Schienen

Nach Einschätzung der LNVG wird das Streckenangebot mit den Anpassungen um bis zu 30 Prozent verringert. Dadurch bekommen die Bahnunternehmen höhere Flexibilität, so Schwabl. Weniger Lokführer würden benötigt und in den Werkstätten falle weniger Arbeit an. Dies sei in den kommenden Wochen wichtig. "Wir wissen nicht, wie sich die Situation und Krankenstände entwickeln. Wir sehen die Anpassung als wichtigen Schritt, damit langfristig ein verlässliches Grundangebot gefahren werden kann."

Informationen über die Veränderungen werde es zuerst auf den Internetseiten der Bahnunternehmen geben. Die Daten würden später auch auf den Auskunftsportalen im Internet eingepflegt.