Aktuelle Studie: Bielefeld sicher Osnabrück, Münster und Oldenburg sind Fahrraddiebstahl-Hochburgen

Von Jörg Sanders | 13.07.2015, 16:00 Uhr

Osnabrück, Münster, Oldenburg – in diesen Städten sind Fahrräder offenbar nicht sicher. Das besagt zumindest eine aktuelle Studie zu Fahrraddiebstählen. Ihr zufolge sind die drei Städte Diebstahlhochburgen.

Das besagt zumindest eine Untersuchung des Internetportals billiger.de, das 100 Städte untersucht hatte. Demnach wurden im vergangenen Jahr nirgends mehr Fahrräder geklaut als in Cottbus (2030 Diebstähle je 100.000 Einwohner, +239 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt) und Magdeburg (1638, +173%). Den dritten Platz belegt Münster mit 1509 angezeigten Diebstählen je 100.000 Einwohner (+152%). Oldenburg liegt in der Rangliste auf dem sechsten Platz (1209, +102%). Auch in Bremen ist das Rad nicht sicher: Die Stadt belegt mit 1091 Diebstählen je 100.000 Einwohner den elften Rang (+82%). Osnabrück belegt den 16. Platz (958) und gilt damit ebenfalls als Diebstahlhochburg. Dort wurden 60 Prozent mehr Räder gestohlen als im Bundesdurchschnitt. Aber: Ein Jahr zuvor waren es noch 63 Prozent gewesen. 1498 Diebstähle waren es absolut – in Relation zur Einwohnerzahl waren das 60 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Bielefeld hingegen gilt als sicher: Dort wurden 48 Prozent weniger Räder gestohlen als im bundesweiten Durchschnitt. Am wenigsten Räder wurden 2014 in Remscheid, Hagen und Wuppertal gestohlen. Magdeburg und Cottbus hingegen hatten schon im Jahr zuvor die Spitzenplätze belegt.

Niedrige Aufklärungsquoten

In nur wenigen Städten müssen sich die Diebe sorgen machen, von der Polizei geschnappt zu werden. Die Aufklärungsquote lag 2014 bundesweit bei durchschnittlich 10,7 Prozent. In Münster betrug sie gar nur 7 Prozent, in Osnabrück 8,7 Prozent.

Millionenschaden

Was bleibt, ist ein riesiger Schaden. Dem Internetportal zufolge betrug der Schaden durch Fahrraddiebe rund 160 Millionen Euro. Nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ zahlten die deutschen Versicherungen im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro für gestohlene Räder. 

Keine Erklärung für die Zahlen

Erklärungsversuche zu den Zahlen liefert die Studie nicht. Auffällig sei aber, dass viele Räder in grenznahen und Uni-Städten mit hoher Fahrraddichte gestohlen werden, sagt Konstantin Korosides, Pressesprecher von billiger.de. Cottbus als Spitzenreiter etwa ist sehr grenznah. „Frankfurt an der Oder ist aber auch sehr grenznah, liegt in dem Vergleich aber im Mittelfeld“, schränkt Korosides selbst ein (Platz 38). „Es gibt aber ein deutliches Nord-Süd-Gefälle sowie ein Ost-West-Gefälle“, sagt der Sprecher. Die vergleichsweise hohe Polizeipräsenz im Süden könnte ein Grund für die vergleichsweise wenigen Diebstähle sein, sagt Korosides.

Was tun?

Der beste Schutz vor Diebstahl ist ein gutes Fahrradschloss. Bügelschlösser sind zwar schwer und unhandlich, schneiden im Vergleich aber in der Regel am besten ab. Zudem lässt sich das Rad mit einem Bügelschloss an Gegenständen anschließen.