13-Jährige lebt wohl in unserer Region Mädchen opfert Taschengeld für Tierschutz – und wird nun gesucht

Von Christian Lang

Louisa hat 25 Euro von ihrem Taschengeld an den Verein gespendet – und diesen Brief verfasst. Screenshot: NOZ/Facebook.com/Fellnasen e.V.Louisa hat 25 Euro von ihrem Taschengeld an den Verein gespendet – und diesen Brief verfasst. Screenshot: NOZ/Facebook.com/Fellnasen e.V.

Osnabrück. Wo ist Louisa? Die 13-Jährige hat an einen Tierschutzverein gespendet, aber keine Adresse hinterlassen. Der Verein möchte sich bei dem Mädchen bedanken – und hat dazu einen Aufruf gestartet, der in den sozialen Netzwerken viral geht. Es gibt einen Hinweis: Louisa lebt vermutlich in unserer Region.

25 Euro hat ein Mädchen aus unserer Region vor einigen Wochen an den Tierschutzverein „Fellnasen“ gespendet. „Ich hoffe, dass ich euch und den Tieren mit dieser kleinen Spende helfen kann. Es ist einfach so bewundernswert, was ihr macht. Am liebsten würde ich selber mithelfen, aber das geht [...] nicht, weil ich erst 13 bin und ihr zu weit weg seid“, heißt es in dem Brief an dem Verein aus Langenhagen, der dem Geld beilag.

Die 13-Jährige erklärt darin weiter, dass die Umwelt und Tiere für sie sehr wichtige Themen seien. Sie überlege häufig, wie sich für den Umwelt- und den Tierschutz einsetzen könne. Ihr Traum sei es, „dass man die Menschen aufklärt und dass wir gemeinsam die Welt wieder in Ordnung bringen.“ Um noch mehr über die Arbeit des Vereins zu erfahren, der deutschlandweit tätig ist und jüngst auch ein Tierheim in Bulgarien erbaut hat, hofft das Mädchen auf eine Antwort.

Lebt Louisa in unserer Region?

Das Problem: Louisa hat keine Adresse hinterlassen. Einzig der Stempel auf dem Brief könnte einen Hinweis darauf geben, wo die 13-Jährige lebt. Nach Angaben des Vereins wurde er im Briefzentrum 49 abgestempelt. Dieses ist laut der Deutschen Post „zuständig für alle Sendungen, die in die PLZ-Region 49 geschickt werden oder von dort verschickt werden.“ Demnach ist es sehr gut möglich, dass Louisa im Raum Osnabrück, im Emsland oder in der Grafschaft Bentheim lebt. Aber auch andere Landkreise wie Cloppenburg und Diepholz sind denkbare Wohnorte.

Um das Mädchen zu finden, hat der Verein „Fellnasen“ einen Aufruf auf Facebook gestartet. „Wir sind auf der Suche. Bitte helft uns, die Verfasserin dieses Briefes zu finden. Sie bittet darum, zurückzuschreiben – aber leider hat sie keinen Absender hinterlassen und wir finden sie leider nicht“, schreiben die Mitarbeiter in einem Beitrag. Sie fordern die Nutzer dazu auf, das Posting „bis zum Abwinken“ zu teilen, „damit wir sie finden können.“

Binnen weniger Tage hat der Aufruf des Vereins mehr als eine Million Nutzer erreicht, mehr als 17.000 Mal wurde er bereits geteilt. „Die Resonanz auf den Post ist echt unglaublich. Damit hätten wir niemals gerechnet“, sagt Mitarbeiterin Daniela Werner im Gespräch mit unserer Redaktion. Von vielen Nutzern erhält der Verein Tipps, an welchen Stellen er nachfragen könnte, um das Mädchen zu finden.

Doch es gibt auch kritische Kommentare. Einige User werfen den Mitarbeitern vor, sie hätten den Aufruf rein aus Werbegründen gestartet oder gar den ganzen Brief gefälscht. „Diese Unterstellungen gehen gar nicht. Sie sind total haltlos“, wehrt sich Werner.

Es komme zwar nicht selten vor, dass ein Teenager eine Patenschaft für ein Tier übernimmt und etwas vom eigenen Taschengeld spendet. Nichtsdestotrotz sei die Aktion von Louisa eine „tolle Geste“, für die sich der Verein gerne bei der 13-Jährigen bedanken möchte, erzählt die 42-Jährige.

Noch keine Hinweise

Trotz der vielen Tipps der Facebook-Nutzer und obwohl der Verein den Aufruf auch auf Instagram geteilt hat, fehlt weiterhin jede Spur von Louisa. Zur Enttäuschung der Mitarbeiter. „Wir sind davon ausgegangen, dass sie die Postings sieht“, sagt Daniela Werner. Die Hoffnung aufgeben, das Mädchen noch zu finden, will sie aber noch nicht.

Neben einem großen Dankeschön möchte sie der 13-Jährigen auch genau berichten, was der Verein so macht – genau wie Louisa es sich in dem Brief gewünscht hatte. Doch dazu muss sie erst ausfindig gemacht werden.