Ende des Modellversuchs Ab Sommer wieder Tempo 100 auf niedersächsischen Landstraßen

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Auf Alleen passieren besonders viele Unfälle, trotzdem darf man ab Sommer in einigen niedersächsischen Landkreisen wieder 100 km/h fahren. Foto: Patrick Pleul/dpaAuf Alleen passieren besonders viele Unfälle, trotzdem darf man ab Sommer in einigen niedersächsischen Landkreisen wieder 100 km/h fahren. Foto: Patrick Pleul/dpa

Osnabrück. In Niedersachsen passieren deutschlandweit die meisten Baumunfälle. Um diese Zahl zu reduzieren, hatte die Landesregierung ein Modellversuch gestartet, der auf Landstraßen Tempo 70 oder 80 vorschrieb. Dieser Versuch wird 2018 beendet.

Das Land Niedersachsen beendet im kommenden Jahr ein Modellversuch gegen Baumunfälle auf schmalen Landstraßen mit Bäumen am Wegesrand. Einige Alleen dürfen aktuell nur mit maximal Tempo 70 oder 80 befahren werden. Ab Juli 2018 gilt dort wieder 100 Kilometer pro Stunde als Höchstgeschwindigkeit.

„Eine erst vorläufige Einschätzung legt nahe, dass pauschale Geschwindigkeitsbeschränkungen auf schmalen Strecken mit Baumbestand am Fahrbahnrand nicht zur gewünschten Unfallprävention führen“, sagte Eike Frenzel vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium auf Anfrage unserer Redaktion. Die Auswertung des Modellprojekts sei in vollem Gange. Eine abschließende und belastbare Bewertung des Projekts soll im Frühjahr 2018 unter Einbeziehung der Unfallzahlen aus 2017 erfolgen.

Landkreis Osnabrück und Emsland betroffen

Dieses Modell wurde 2014 von der damaligen rot-grünen Landesregierung für die Landkreise Osnabrück, Emsland, Cuxhaven, Friesland, Osterholz und Hildesheim eingeführt. Die meisten Baumunfälle in Deutschland passieren in Niedersachsen. Auch wenn der Modellversuch im kommenden Sommer ausläuft, müssen die Tempolimit-Schilder nicht unbedingt verschwinden. Es bleibt den jeweiligen Landkreisen überlassen, ob sie auf Risikostrecken eine verminderte Höchstgeschwindigkeit ausweisen.

Der Landkreis Osnabrück hatte von Anfang an Zweifel an dem Modellversuch. „Sehr viele Schilder führen eher dazu, dass die Aufmerksamkeit der Autofahrer erlahmt und sich die warnende Wirkung verwässert“, sagte Pressesprecher Burkhard Riepenhoff. Nach den bisher ausgewerteten Zahlen sei eine signifikante Senkung der Unfallzahlen als Folge des Modellversuchs nicht festzustellen.

Temporäre Schilder für Osnabrücker sinnvoller

Der Landkreis hat eigene Methode, um auf besondere Unfallschwerpunkte aufmerksam zu machen. Seit Jahren setzt er auf Unfall-Warnschilder, die direkt nach schweren Unfällen direkt am Unfallort aufgestellt werden. Diese Schilder würden eine hohe Aufmerksamkeit erreichen und werden nach einer gewissen Zeit wieder abgebaut. Der Verbleib der Schilder des Modellversuchs werde nun von den Fachleuten der Kreisverwaltung geprüft.

Im Landkreis Emsland läuft der Modellversuch noch bis zum 13. Februar 2018. „Ab diesem Zeitpunkt könnten sämtliche Geschwindigkeitsbeschränkungen abgebaut werden“, sagte Anja Rohde vom Landkreis Emsland. Derzeit werde aber geprüft, welche Strecken davon aufgrund einer konkreten Gefahrenlage nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (z. B. Unfallhäufung) ausgenommen werden können.


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