Niedersachsen Neben Schröder-Köpf: Land bekommt Vertriebenenbeauftragten

Von Klaus Wieschemeyer

Doris Schröder-Köpf soll Integrationsbeauftragte bleiben, doch den Bereich für Heimatvertriebene und Spätaussiedler abgeben. Foto: dpaDoris Schröder-Köpf soll Integrationsbeauftragte bleiben, doch den Bereich für Heimatvertriebene und Spätaussiedler abgeben. Foto: dpa

Hannover. Eine Integrationsbeauftragte hat Niedersachsen mit Doris Schröder-Köpf bereits. Nun soll es zusätzlich wieder einen Vertriebenenbeauftragten geben. Ein Name kursiert.

Niedersachsen bekommt wieder einen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Das bestätigte die niedersächsische Staatskanzlei auf Nachfrage unserer Redaktion. Eine entsprechende Verabredung im Koalitionsvertrag von SPD und CDU soll demnächst umgesetzt werden. Bislang werden Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler von der Integrationsbeauftragten des Landes, Doris Schröder-Köpf, mitbetreut. Vor der Berufung der SPD-Landtagsabgeordneten im Jahr 2013 hatte der CDU-Politiker Rudolf Götz das Ehrenamt als Repräsentant der Spätaussiedler und Vertriebenen inne. Nun soll Schröder-Köpf zwar ihren Posten behalten, den Bereich der Spätaussiedler und Vertriebenen an eine von der CDU bestimmte Person abgeben.

Ein Sprecher von CDU-Vizeministerpräsident Bernd Althusmann erklärte am Donnerstag, noch sei über die Personalie nicht entschieden worden. Im Gespräch ist aber nach Informationen unserer Redaktion die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Westmann (53), die in der vorherigen Legislaturperiode noch Lorberg mit Nachnamen geheißen hatte. Die Innenpolitikerin aus der Wedemark sitzt seit 2003 im Landtag und ist Aussiedlerbeauftragte der Fraktion.

In Niedersachsen gibt es viele Heimatvertriebene und Spätaussiedler. Nach Angaben der Landesregierung bestand in der Nachkriegszeit mehr als ein Viertel der niedersächsischen Bevölkerung aus Vertriebenen. Viele von ihnen kamen aus Schlesien. Die Spätaussiedler in Niedersachsen sollen auch anderweitig besser in die Landespolitik eingebunden werden. Innernminister Boris Pistorius (SPD) hatte der russlanddeutschen Landsmannschaft im Land einen Zuschuss zur Anstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers in Aussicht gestellt.