Versicherungsschutz Fotos auf Facebook: Wer zahlt bei Einbruch?

Statusmeldung vom Strand: Versicherungsexperten raten von Hinweisen auf den Urlaub im Internet ab. Foto: ImagoStatusmeldung vom Strand: Versicherungsexperten raten von Hinweisen auf den Urlaub im Internet ab. Foto: Imago

Osnabrück. Endlich Urlaub! Viele, die vom Alltag pausieren, verkünden ihr Glück auch in ihrem sozialen Netzwerk. Doch was, wenn der Urlaubs-Jubel auf Facebook zu Hause Einbrecher anlockt? Zahlt die Versicherung?

Cocktailglas im Liegestuhl oder rauschendes Meer vor greller Sonne – Fotos vom Urlaub durchbrechen auch im sozialen Netzwerk den Alltagstrott. Datenschützer und Polizei warnen allerdings vor solchen Postings: Sie könnten Einbrecher auf die Abwesenheit des Urlaubers aufmerksam machen. Immer wieder kursieren Gerüchte, dass bei einem so verursachten Einbruch die Hausratsversicherung nicht für den Schaden aufkommt. Fakt ist: Die Versicherung zahlt trotzdem.

„Wenn man auf Facebook seinen Urlaub ankündigt, dann ist das so, als würde man seiner Freundin beim Kaffee davon erzählen“, erklärt Stefanie Simon von der R+V Versicherung. „Das ist kein grob fahrlässiges Verhalten, wie etwa eine Tür oder Fenster offen zu lassen, und hat deshalb keine Auswirkung auf den Versicherungsschutz.“ Christian Worms von den VGH Versicherungen in Hannover bestätigt: „Die bloße Ankündigung eines Urlaubs kann noch nicht als Herbeiführung eines Einbruchdiebstahls gewertet werden. Anderenfalls müsste dies auch gemacht werden, wenn zum Beispiel ein Arzt oder Rechtsanwalt per Kleinanzeige in der Tageszeitung auf seinen Praxisurlaub hinweist.“ Außerdem gebe es auf Facebook keine Funktion, mit der gezielt nach Personen im Urlaub gesucht werden kann, so Worms. „Täter, die auf diesem Wege Gelegenheiten für einen Einbruch suchen, wären also auf Zufallsfunde angewiesen.“

Andreas Gernt, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Niedersachsen, rät dennoch, in sozialen Netzwerken möglichst keine Hinweise darauf zu geben, dass man im Urlaub ist: „Man sollte immer sehr vorsichtig mit persönlichen Daten im Internet sein.“ Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin empfiehlt Internetnutzern die Profileinstellungen zu kontrollieren und genau zu überlegen, welche Angaben sie im Internet veröffentlichen.

Darüber hinaus gelten offline die üblichen Vorsichtsmaßnahmen, wie etwa die Rollläden nicht herunterzulassen, Post und Zeitung zwischenzulagern und keine Schlüssel draußen zu verstecken. Auf den Versicherungsschutz haben diese Maßnahmen, so Worms von der VGH, aber keinen Einfluss.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN