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Bremer mit stärksten Defiziten Niedersachsens Viertklässler haben Probleme mit Rechtschreibung

Von dpa

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Niedersachsens Viertklässler haben große Probleme mit der Rechtschreibung.  Das hat die Studie IQB-Bildungstrend herausgefunden. Foto: dpaNiedersachsens Viertklässler haben große Probleme mit der Rechtschreibung. Das hat die Studie IQB-Bildungstrend herausgefunden. Foto: dpa

Berlin/Hannover. Eine neue Studie zeigt: Bremens Viertklässler haben bundesweit die geringsten Bildungskompetenzen. Die zuständige Senatorin nennt die Ergebnisse „dramatisch“ und „alarmierend“. In Niedersachsen sieht es etwas besser aus, aber auch dort gibt es teils erhebliche Defizite.

Bremens Viertklässler haben enorme Defizite: Sie schneiden im bundesweiten Kompetenzvergleich in Mathematik, beim Lesen und Zuhören sowie in Rechtschreibung am schlechtesten ab. Der Anteil der Schüler, die mindestens den Regelstandard in allen vier Bereichen erreichten, fällt in Bremen signifikant geringer aus als in Deutschland insgesamt, heißt es in der Studie IQB-Bildungstrend, die die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin veröffentlichte. Die Ergebnisse seien „dramatisch“, betonte Bremens Bildungsenatorin Claudia Bogedan (SPD).

30.000 Schüler nahmen teil

Untersucht wurde, inwieweit Viertklässler Bildungsstandards der KMK in Deutsch und Mathematik erreichen. An der Studie hatten knapp 30.000 Schüler der vierten Jahrgangsstufe aus allen 16 Ländern teilgenommen. Zwar sei in fast allen Bundesländern eine negative Entwicklung zu verzeichnen, diese falle in Bremen aber besonders stark aus, räumte Bodegan ein. In Mathematik erreichten über 35 Prozent der Bremer Viertklässler nicht den Mindeststandard. Ihr Können lag damit weit unter dem Bundesdurchschnitt. Die deutlich abgenommenen Leistungen in dem Bereich seien „alarmierend“, sagte Bodegan. Ihren Worten nach müsse mehr Geld in das Bildungssystem fließen.

Der Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion für Bildung, Thomas vom Bruch, mahnte, Bremen dürfe sich nicht wieder auf die besondere Situation eines Stadtstaates berufen. Hamburg und Berlin hätten sich trotz ähnlicher Sozialstruktur im Bereich Lesen sogar verbessert.

Niedersachsen mit Problemen bei Rechtschreibung

Auch bei Niedersachsens Viertklässlern stellte die Studie Defizite fest. Sie haben vor allem Probleme mit der Rechtschreibung. Knapp 28 Prozent erreichten den Mindeststandard nicht. Manfred Busch, Vorsitzender des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte, sagte, die Ergebnisse verwunderten nicht: „Eine gute Unterrichtsqualität kann es nur geben, wenn ausreichend Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung stehen. Das ist seit einiger Zeit in Niedersachsen leider nicht der Fall.“ Am wenigsten Probleme hatten die Viertklässler in Niedersachsen beim Zuhören. In dem Bereich schnitten sie ähnlich gut ab wie der bundesweite Durchschnitt.

Laut der Studie haben sich Deutschlands Viertklässler insgesamt innerhalb der vergangenen fünf Jahre im Schnitt in Mathematik, beim Zuhören und in Rechtschreibung verschlechtert. Die Lesekompetenz ist dagegen im vorigen Jahr auf ähnlichem Niveau geblieben wie 2011. Verändert hat sich seit der Vorgängererhebung 2011 auch die Zusammensetzung der Schülerschaft. Der Anteil der Viertklässler mit Migrationshintergrund erhöhte sich um mehr als ein Drittel auf 34 Prozent.


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