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Betrugsverdacht Durchsuchung bei AfD-Landeschef Hampel: Kameraequipment gefunden

Das Haus des frisch gebackenen Bundestagsabgeordneten Armin-Paul Hampel wurde durchsucht. Foto: dpaDas Haus des frisch gebackenen Bundestagsabgeordneten Armin-Paul Hampel wurde durchsucht. Foto: dpa

Hannover. Razzia bei AfD-Landeschef Paul Hampel: Grund des Einsatzes sind Betrugsvorwürfe um eine Kamera und einen doppelt abgerechneten Werbespot.

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat am Montagvormittag die Privatwohnung von Niedersachsens AfD-Chef Paul Hampel im Landkreis Uelzen sowie die Landesgeschäftsstelle der AfD in Bardowick bei Lüneburg durchsucht. Das sagte Staatsanwalt Jan Christoph Hillmer auf Nachfrage unserer Redaktion. Hintergrund der Aktion sind Betrugsvorwürfe gegen den Politiker.

Ein ehemaliges AfD-Mitglied hatte im April Strafanzeige gegen Hampel erstattet. Dabei geht es um den angeblichen Kauf von hochwertigem Kamera-Equipment durch Hampel im Wert von 5000 Euro auf Kosten der AfD im Jahr 2015. Parteiinterne Kritiker beklagten, dass Hampel der Partei weder eine Rechnung vorlegte noch die Kamera inventarisierte. Das Equipment samt Zubehör wurde laut Staatsanwaltschaft jedoch bei einer Durchsuchung der AfD-Landesgeschäftsstelle in Lüneburg gefunden. Der Vorwurf habe sich also nach vorläufiger Einschätzung nicht bestätigt. Außerdem soll der Landeschef einen Wahlwerbespot doppelt gegenüber dem niedersächsischen AfD-Landesverband abgerechnet haben. Dazu dauern die Ermittlungen noch an.

Hampel selbst nannte die Vorwürfe gegenüber NDR 1 Niedersachsen „absurd“ und ein „billiges politisches Manöver, um der AfD zu schaden“.

Staatsanwalt Jan Christoph Hillmer betonte, dass bei dem Polizeieinsatz nicht nur nach be-, sondern auch nach entlastenden Beweismitteln gesucht worden sei. Zum Vorlauf der Durchsuchung konnte die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen. Hampel sei zum Ende der Durchsuchung hinzugekommen und habe die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten.

Der AfD-Politiker war am 24. September als Spitzenkandidat der Niedersachsen-AfD in den Bundestag gewählt worden. Mit der konstituierenden Sitzung des Parlaments Ende Oktober würde Hampel damit parlamentarische Immunität erlangen, Ermittlungsverfahren dürfen dann nur noch mit Genehmigung des Bundestags fortgesetzt werden.


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