Nachbesserungen notwendig Problem im Masterplan Ems – Negative Folgen für Trinkwasser möglich

Von dpa

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Der Masterplan Ems zur Verbesserung der Wasserqualität des Flusses muss nachgebessert werden. Foto: Christoph AssiesDer Masterplan Ems zur Verbesserung der Wasserqualität des Flusses muss nachgebessert werden. Foto: Christoph Assies

Oldenburg/Leer. Ein von den Gezeiten gespeistes Überflutungsbecken an der Ems könnte negative Folgen für ein Trinkwasserschutzgebiet haben. Der geplante Polder soll daher nur Süßwasser enthalten, raten Experten.

Der Masterplan Ems zur Verbesserung der Wasserqualität des Flusses muss nachgebessert werden. Ein zunächst geplantes Überflutungsgebiet, der Tidepolder Stapelmoor, verträgt sich nicht mit einem Trinkwasserschutzgebiet des Wasserwerks bei Weener (Landkreis Leer). Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Machbarkeitsstudie des Landesbetriebs NLWKN hervor.

Vorschlag: Süßwasserpolder

Das Projekt ist damit jedoch nicht gänzlich vom Tisch. In der Studie wird nun die Einrichtung eines Süßwasserpolders vorgeschlagen, der keine Verbindung zur stark belasteten Ems haben soll. Die Vertragspartner des Masterplans wollten Mitte Oktober über diesen Vorschlag beraten, sagte ein Sprecher am Freitag in Oldenburg.

Mit dem Masterplan Ems soll der jahrzehntelange Konflikt um Schutz oder Ausbau des Flusses entschärft werden. Bis zum Jahr 2050 sind mehrere Projekte zur Entlastung der ökologisch angeschlagenen Ems geplant, die unter Sauerstoffmangel leidet. Der Verlauf der Gezeiten ist gestört, große Mengen von Schlick werden flussaufwärts gedrückt und müssen mit Millionenaufwand ausgebaggert werden. Gleichzeitig soll der Masterplan Arbeitsplätze auf der Papenburger Meyer Werft und in der maritimen Wirtschaft der Region sichern.

Problem mit Grubenabwässern aus Ibbenbüren?

Die chemische Belastung der Ems mit Salz und anderen Stoffen ist zu hoch, um negative Folgen für das Grundwasser auszuschließen, heißt es in der Studie. Daher sei es problematisch, mit den Gezeiten Emswasser in den geplanten Polder einzuleiten, der eine direkte Verbindung zum Grundwasser habe. Als Ursache vermuten Gutachter die Einleitung von Grubenabwässern aus dem Steinkohleabbau im westfälischen Ibbenbüren.

Süßwasser die Lösung?

Die neuen Überlegungen zielen jetzt auf einen Süßwasserpolder, dessen Wasserläufe und Sumpfgebiete allein durch Regen gespeist werden. Wenn sich die Wasserqualität der Ems später verbessern sollte, könnte der Polder eines Tages für die Tide an der Ems geöffnet werden.

Weitere Projekte des Masterplans sind Umbauten am Emssperrwerk und eine Tidesteuerung zur Beeinflussung der Gezeiten sowie Tidespeicher im Binnenland. Damit soll der Schlick wie bei einer Toilettenspülung flussabwärts gespült werden.

Um Perspektiven an der Ems ging es auch am Freitag im ostfriesischen Leer. Dort hatten die Umweltverbände Bund, Nabu und WWF Landwirte, Deichrichter, Wasser- und Bodenverbände sowie Fischer, Angler, lokale Naturschützer und Wassersportler eingeladen. Eine erfolgreiche Sanierung der Ems könne nur gelingen, wenn die Menschen in der Region den Nutzen der Naturschutzmaßnahmen erkennen, sagte eine WWF-Sprecherin.


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