Einige Strecken noch gesperrt Verspätungen im Bahnverkehr nach Sturmtief „Sebastian“

Von Nadine Grunewald


Osnabrück. Sturmtief „Sebastian“ bereitet Pendlern und Reisenden, die mit dem Zug fahren wollen, auch am Donnerstag noch Probleme. Einige Streckenabschnitte in der Region sind noch gesperrt, auf anderen muss weiterhin mit Verspätungen gerechnet werden.

Wie eine Sprecherin der Nordwestbahn sagt, ist die Strecke zwischen Bremen Burg und Vegesack derzeit noch gesperrt. Es sei davon auszugehen, dass die Sperrung noch bis mindestens mittags andauern wird. Zwischen Delmenhorst und Bremen sei zudem momentan nur ein Gleis befahrbar. Außerdem fährt die RS4 zwischen Hude und Bremen nicht. Reisende können auf diesem Abschnitt auf die RS3 ausweichen. (Lesen Sie auch: Feuerwehren in Delmenhorst im Dauereinsatz)

„Auf den anderen Strecken sind die Züge wieder unterwegs. Trotzdem kann es noch zu Verspätungen kommen“, sagte die Sprecherin. Aus Sicherheitsgründen hatte die Nordwestbahn den Verkehr im Weser-Ems-Netz bereits frühzeitig am frühen Mittwochnachmittag eingestellt. Am späten Abend fuhren die ersten Züge teilweise wieder.

Bahn rechnet mit Verspätungen

Auch die Bahn sowie der private Anbieter Metronom rechneten am Donnerstag mit Verspätungen bei vielen Verbindungen. Die Strecken Hamburg-Flensburg (RE7), Kiel-Husum (RE74), Kiel-Rendsburg (RB75) und Lübeck-Puttgarden (RB85) blieben zunächst gesperrt. (Hier finden Sie den Liveticker zum Sturm zum Nachlesen >>)

Engpässe gab es am Morgen zudem auf den Strecken Bremen-Oldenburg und Bremen-Norddeich, teilte ein Sprecher der Bahn mit. Die Probleme im Bereich Delmenhorst hätten ebenfalls Auswirkungen auf den Fernverkehr. Auch Verbindungen von und nach Rostock waren von den Sturmfolgen betroffen. Der Betreiber Metronom teilte am Mittwochabend mit, dass zwischen Hamburg und Stade sowie zwischen Stade und Cuxhaven kein Zugverkehr möglich sei. Auf den weiteren Strecken sei mit Verspätungen zu rechnen.

Hotelzüge für gestrandete Passagiere

Die Bahn setzte nach eigenen Angaben Hunderte Mitarbeiter ein, um die Sturmschäden zu beseitigen. So mussten Bäume von den Gleisen geräumt und beschädigte Oberleitungen repariert werden. Für gestrandete Passagiere stellte die Bahn Hotelzüge in den Bahnhöfen von Bremen, Dortmund, Hamburg und Hannover bereit. Dort konnten Reisende übernachten.

Tote durch „Sebastian“

Orkantief „Sebastian“ war am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern über Deutschland gezogen. Etliche Bäume wurden entwurzelt, Baugerüste umgeworfen. Im Hochsauerlandkreis fiel eine 20 Meter hohe Fichte auf einen 53-jähriger Mann, der dabei tödlich verletzt wurde. In Hamburg wurde ein Mann von einem umgestürzten Baugerüst getroffen und starb. Am späten Mittwochabend setzte eine Sturmflut den Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli unter Wasser. In Norddeutschland rückten Polizei und Feuerwehr zu rund 800 Einsätzen aus.

Schäden in Osnabrück

In Osnabrück richtete „Sebastian“ Schäden am Hochschulcampus an. Eine starke Windböe riss große Teile des Dachs herunter. In der Bauerschaft Düstrup ließ der Sturm eine Eiche abknicken. Die Feuerwehr war vier Stunden im Einsatz, um zu verhindern, dass der Baum auf ein Haus stürzte. Die Überführung des Transrapids von Lathen nach Nortrup ist trotz des Sturms nicht abgesagt worden.


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