Schattenminister will Wolfsjagd Althusmann: Oesterhelweg soll für die CDU Umweltminister werden

Der Landwirt Frank Oesterhelweg, soll das Umweltressort in einer etwaigen CDU-Landesregierung werden. Foto: dpaDer Landwirt Frank Oesterhelweg, soll das Umweltressort in einer etwaigen CDU-Landesregierung werden. Foto: dpa

Hannover. CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann hat seinen vierten Schattenminister vorgestellt. Der Landwirt Frank Oesterhelweg, Chef des CDU-Verbandes Braunschweig und langjähriger Landtagsabgeordneter, soll das Umweltressort in einer etwaigen CDU-Landesregierung werden.

Hannover. CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann hat seinen vierten Schattenminister für die Landtagswahl am 15. Oktober vorgestellt. Der Chef des CDU-Landesverbands Braunschweig, Frank Oesterhelweg (55), soll Amtsinhaber Stefan Wenzel (Grüne) das Umweltministerium abjagen. Mit der Personalie verspricht die CDU auch einen Kurswechsel in der Umweltpolitik. „Wir wollen eine bürgerliche Umweltpolitik“, sagte Althusmann am Dienstag in Hannover.

Mann der klaren Ansagen

Der Landwirt und langjährige Landtagsabgeordnete gilt im Parlament als Mann klarer Ansagen. Nach den sexuellen Übergriffen in der Kölner Silvesternacht 2015/2016 forderte Oesterhelweg beispielsweise, dass die Polizei notfalls Schusswaffen einsetzen müsse. Damit löste er eine politische Kontroverse aus. Mit Kritik an der Benennung von Veggie-Produkten als Wurst oder Schnitzel machte er bundesweit Schlagzeilen.

Schattenminister will wolfsfreie Zonen

Deutliche Worte gab es auch bei der Vorstellung des Schattenministers am Dienstag in Hannover. Das geplante Wassergesetz, welches ein landwirtschaftliches Bewirtschaftungsverbot an Flüssen und Gräben beinhaltet, soll weg. „Ich bin nicht bereit, an enteignungsgleichen Eingriffen mitzuwirken“, sagte er. Der Wolf soll in belasteten Regionen gejagt werden. Er könne nicht zulassen, das ganze Landschaften durch Wolfszäune verbaut würden. Die Frage nach wolfsfreien Zonen „wir d sich in einigen Bereichen automatisch stellen“. Auch Wenzels Pläne für Naturschutzgebiete in der Mündung von Elbe und Weser will Oesterhelweg kassieren: „Wir sind Industrieland und dem haben wir Rechnung zu tragen“, sagte er. Die geplanten neuen Autobahnen wie die A 20 sollen trotz Flächenfraß kommen. Niedersachsen könne sich den Verzicht darauf nicht leisten. Oesterhelweg betonte, er stehe für die Auflösung des von den Grünen „konstruierten Konflikts“ zwischen Ökologie und Ökonomie.

Drei Ex-Rekruten für den Hauptmann

Mit Oesterhelweg hat sich Reservehauptmann Althusmann drei frühere Wehrdienstler des Heeres ins Schattenkabinett geholt: Oesterhelweg hat bei der Panzeraufklärung in Braunschweig gedient. Schattensozialminister Reinhold Hilbers war beim Panzerbataillon, Schattenfinanzminister Björn Thümler bei den Panzergrenadieren in Oldenburg.

In den kommenden Wochen will Althusmann ein Kompetenzteam benennen, welches insgesamt aus fünf Männern und fünf Frauen besteht. Althusmann eingerechnet bleibt nur noch ein Männerposten vakant. Bei den Frauen sind es noch vier – bislang wurde lediglich die Schatten-Agrarministerin Barbara Otte-Kinast vorgestellt.


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