Panne im Justizministerium Niedersachsens Juristennachwuchs schrieb zweimal dieselbe Klausur

Studenten in Niedersachsen. Foto: dpaStudenten in Niedersachsen. Foto: dpa

Hannover . Damit hatten die Wiederholer wohl nicht gerechnet: Bei einer Klausur in Niedersachsen bekamen die angehenden Richter und Anwälte im Juli dieselben Aufgaben wie im Jahr zuvor.

Dem niedersächsischen Justizprüfungsamt (LJPA) ist eine Panne in der Juristenausbildung unterlaufen: Bei einer Zivilrechtsklausur für knapp 200 angehende Rechtsreferendare stellte das Amt im Juli dieselbe Klausur wie bereits im Jahr zuvor. Dies bestätigte ein Sprecher des Justizministeriums auf Anfrage unserer Redaktion. Unter den Prüflingen waren nach Ministeriumsangaben auch zehn Wiederholer beziehungsweise Notenverbesserer. Das Ministerium begründete den Doppler mit einer Nachlässigkeit im Amt: „Bei der Klausur ist im Juli 2016 die entsprechende Kategorisierung als verwendete Klausur unterblieben. In Folge eines Personalwechsels ist dieses Versehen bei der Stellung der Klausur für Juli 2017 nicht weiter aufgefallen, so dass es zu der Doppelverwendung kam“, erklärte der Sprecher. Das Ministerium kündigte eine Aufarbeitung des Falls an. Bei den noch laufenden Korrekturen würden „Maßnahmen ergriffen, um eine Verzerrung der Bewertung auszuschließen“, sagte der Sprecher, ohne dies zu konkretisieren.

Wiederholt werden soll die Klausur nicht. Grundsätzlich sei eine Mehrfachnutzung von Aufgaben möglich, auch weil die richtigen Lösungen im Vorjahr nicht veröffentlicht worden seien. Da zudem nicht mit derselben Aufgabenstellung zu rechnen gewesen sei, hätten Wiederholer keinen Vorteil gegenüber anderen Prüflingen gehabt.

Das LJPA mit Sitz in Celle ist als Teil des niedersächsischen Justizministeriums zuständig für die Prüfung des juristischen Nachwuchses im Land. Im Jahr 2015 war ein LJPA-Referatsleiter zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil er Lösungen von Staatsexamen an Studenten weitergegeben hatte. Mit diesem Fall habe das aktuelle Versehen nichts zu tun, betonte ein Ministeriumssprecher.


1 Kommentar