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Landtagswahl 2017 in Niedersachsen Das ist der Spitzenkandidat der CDU: Bernd Althusmann

Von Julia Barthel

Bernd Althusmann tritt als Spitzenkandidat für die CDU zur Landtagswahl Niedersachsen 2017 an. Foto: Silas Stein/dpaBernd Althusmann tritt als Spitzenkandidat für die CDU zur Landtagswahl Niedersachsen 2017 an. Foto: Silas Stein/dpa

Osnabrück. Am 15. Oktober 2017 wird ein neuer Landtag in Niedersachsen gewählt. Bernd Althusmann ist Spitzenkandidat der CDU. Bundeswehroffizier, Kultusminister, Leiter eines Stiftungsbüros in Namibia: Der 50-Jährige hat öfter den Neuanfang gesucht. Nun will er es wissen bei der Landtagswahl.

„Umwege erhöhen die Orientierung“

Bernd Althusmann (50) hat ein Lebensmotto. „Umwege erhöhen die Orientierung“, hat der frühere Bundeswehroffizier einmal seinen Lebenslauf überschrieben. Vom Typ her, so sagt er, ist er einer, der öfter mal den Neuanfang sucht. Der CDU-Herausforderer von Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) hat so einige Umwege in seinem Leben beschritten. Nach der CDU-Niederlage bei der Landtagswahl 2013 ging der Ex-Kultusminister zweieinhalb Jahre als Büroleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung nach Afrika.

„Es war eine Zeit, die mich geprägt hat“, sagt der leidenschaftliche Bildungspolitiker in seiner pragmatischen Art. Ruhig und besonnen will er wirken. Er habe in Afrika Gelassenheit gelernt. „So ein Stück Fröhlichkeit und Gelassenheit habe ich mir auch aus Afrika mitgebracht“, erklärt der Krimi-Fan, der die Freizeit gerne mit seinen Kindern verbringt. „Wenn meine Kinder lachen, das finde ich toll“, sagt er. Der in zweiter Ehe verheiratete Politiker hat in seiner Patchworkfamilie mehrere Kinder: zwei aus erster Ehe, eins mit seiner neuen Frau, die selbst zwei Kinder aus erster Ehe hat.

(Weiterlesen: Das Wahlprogramm der CDU zur Landtagswahl 2017 in der Zusammenfassung.)

Politische Karriere seit 27 Jahren

Bernd Althusmann wurde vor 50 Jahren in Oldenburg geboren. Nach seinem Abitur am Herdergymnasium in Lüneburg studierte er im Rahmen seiner Offiziersausbildung Pädagogik an der Bundeswehruniversität Hamburg. Als überzeugter Kommunalpolitiker trat Althusmann 1990 in die CDU ein. Er studierte er Betriebswirtschaft in Lahr und promovierte 2007 in Potsdam. Von 1994 bis 2009 saß Althusmann im Niedersächsischen Landtag, ab 2003 war er dort auch parlamentarischer Geschäftsführer und finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Dann legte er 2010 sein Abgeordnetenmandat nieder, um erst Staatssekretär des Niedersächsischen Kultusministeriums und anschließend Kultusminister zu werden. Seine souveräne Amtsführung brachte Althusmann dabei allgemein Anerkennung ein.

Alle Informationen zur Landtagswahl 2017 finden Sie hier auf einen Blick.

2011 war Althusmann Präsident der Kultusministerkonferenz der Länder, bis er 2013 die Landtagswahl verlor und nach Namibia zog. Dort leitete er in Windhoek die Landesvertretung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Seit seiner Rückkehr 2016 leitet Althusmann die Niederlassung Hannover der TOPOS Personalberatung in Hamburg. Seit November 2016 ist er zudem Landesvorsitzender der CDU in Niedersachsen und Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2017.

Althusmann hat Großes vor

Hart, aber fair, distanziert und doch nah: seine politische Handschrift hat er früh skizziert. Mit „Leidenschaft, Augenmaß, Umsicht und Fairness“ wolle er das Land voranbringen, kündigt der am 3. Dezember 1966 in Oldenburg geborene Politiker an. Er soll als neuer CDU-Hoffnungsträger bei der Landtagswahl seine Partei wieder in Regierungsverantwortung bringen. Sein Slogan: „Wir haben Großes vor.“

In seinem Wahlprogramm setzt er nun die innere Sicherheit in seinem Themenkatalog an erster Stelle. Das Soziale und vor allem die Bildungspolitik liegen dem einstigen Kultusminister ebenfalls am Herzen - auch mit Blick auf die Digitalisierung im Klassenzimmer. Althusmann gilt nicht unbedingt als brillanter Redner, sondern als sachlich-nachdenklicher Typ, der zuhören kann. Er selbst sieht sich als weltoffen und zugleich wertkonservativ. Berührungsängste mit dem politischen Gegner hat er kaum: „Mein Großvater mütterlicherseits war über 40 Jahre SPD-Mitglied - wir haben öfter miteinander gestritten.“

Alle weiteren Spitzenkandidaten zur Landtagswahl 2017 im Porträt:

Mit dpa


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