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Landtagswahl 2017 in Niedersachsen Das ist der Spitzenkandidat der SPD: Stephan Weil

Von Julia Barthel

Stephan Weil tritt als Spitzenkandidat für die SPD zur Landtagswahl Niedersachsen 2017 an. Foto: Holger Hollemann/dpaStephan Weil tritt als Spitzenkandidat für die SPD zur Landtagswahl Niedersachsen 2017 an. Foto: Holger Hollemann/dpa

Osnabrück. Am 15. Oktober 2017 wird ein neuer Landtag in Niedersachsen gewählt. Stephan Weil ist Spitzenkandidat der SPD. Der einstige Oberbürgermeister von Hannover hat als Regierungschef an Statur gewonnen. Die Niedersachsen schätzen seine Bodenständigkeit.

Der 58-jährige SPD-Politiker gibt meist den ruhigen und gelassenen Norddeutschen. Nachdem das rot-grüne Regierungsbündnis im August zerbrach geriet Weil noch weiter unter Druck, als bekannt wurde, dass er eine Regierungserklärung zu VW dem Konzern zum Gegenlesen geschickt hatte.

Weil bleibt gelassen

Solche Turbulenzen habe er noch nie erlebt, gestand Weil danach auf einem SPD-Parteitag. Er habe sich selbst einige grundsätzliche Fragen gestellt. Aber: „Ich bin mit mir sehr im Reinen.“ Ein mit sich hadernder Stephan Weil - dieses Bild soll in der Öffentlichkeit gar nicht erst aufkommen. Pragmatisch, ruhig und gelassen macht er seitdem weiter - wenn auch sein Ton kämpferischer geworden ist.

(Weiterlesen: Das Wahlprogramm der SPD zur Landtagswahl 2017 in der Zusammenfassung.)

Stephan Weil wurde vor 58 Jahren als Sohn schlesischer Flüchtlinge in Hamburg geboren und wohnt in Hannover, seit er sieben Jahre alt ist. Nach seinem Abitur 1977 arbeitete er ein Jahr lang im Rahmen seines Zivildienstes in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Kinderheilanstalt Hannover. Danach studierte er von 1979 bis 1986 Jura in Göttingen und arbeitete nach seinem Examen als Rechtsanwalt, Richter und Staatsanwalt.

SPD-Mitglied seit drei Jahrzehnten

SPD-Mitglied ist er seit drei Jahrzehnten. Sein Förderer und Vorbild, Altkanzler Gerhard Schröder, sagte Weil eine bundespolitische Karriere voraus. 1991 bis 1997 war er Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Hannover-Stadt und 1994 bis 1997 Ministerialrat im Niedersächsischen Justizministerium. Ab 1997 war er bis 2006 als Stadtkämmerer für Finanzen, Recht, Ordnung, Gebäudewirtschaft, Feuerwehr und städtische Unternehmen verantwortlich. 2006 wurde er zum Oberbürgermeister der Stadt Hannover gewählt, 2012 zum Landesvorsitzenden der niedersächsischen SPD und 2013 schließlich zum Ministerpräsidenten Niedersachsens. Außerdem sitzt Weil im Aufsichtsrat der Volkswagen AG.

Volksnah und bodenständig

Wurde er zu Beginn seiner Amtszeit als Ministerpräsident oft als langweilig, blass und provinziell belächelt, so gewann Weil mit der Zeit an Statur. Der begeisterte Langstreckenläufer kann heute auf Erfolge verweisen. 63 Prozent der Niedersachsen sind mit seiner rot-grünen Regierung zufrieden. Die niedersächsische SPD liegt mit 34 Prozent nur einen Punkt hinter der CDU und deutlich höher als im Bund. Weil genießt persönliche Zustimmungswerte von 48 Prozent.

Alle Informationen zur Landtagswahl 2017 finden Sie hier auf einen Blick.

„Er ist sehr bodenständig, ohne Statusallüren, und das passt zu Niedersachsen“, sagt Weils Parteifreund, Wirtschaftsminister Olaf Lies. Der Regierungschef hat kein Problem damit, bei seiner Sommerreise auch mal in einem Hostel zu übernachten oder sich beim Empfang eines SPD-Ortsvereins mit dem Teller unter dem Arm nach Kartoffelsalat anzustellen. Seit 1987 ist Weil mit der Professorin Rosemarie Kerkow-Weil verheiratet. Das Paar hat einen erwachsenen Sohn.

Weil entspannt gerne beim Wandern. „Das ist die erholsamste Art, Urlaub zu machen“, findet er. Außer Wandern, Lesen und Laufen hat er noch ein weiteres, sehr volksnahes Hobby: Der Fußballfan ist Besitzer einer Dauerkarte für Hannover 96.

Alle weiteren Spitzenkandidaten zur Landtagswahl 2017 im Porträt:

Mit dpa


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