CDU-Spitzenkandidat stellt Schattenministerin vor – Partei verabschiedet Wahlprogramm Landfrau soll Althusmanns Agrarministerin werden

CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann und Barbara Otte-Kinast. Foto: dpaCDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann und Barbara Otte-Kinast. Foto: dpa

Hannover. CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann hat am Dienstag die erste Ministerin seines Schattenkabinetts zur Landtagswahl am 15. Oktober vorgestellt.

Hannover. Anderthalb Monate vor der Landtagswahl hat die niedersächsische CDU die heiße Wahlkampfphase eingeläutet: Der Landesausschuss der Partei verabschiedete am Dienstagabend in Hannover ein Regierungsprogramm für die Zeit nach dem erwarteten Wahlsieg am 15. Oktober.

Attacke auf Meyer

Zuvor hatte CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann das erste Mitglied seines Schattenkabinetts vorgestellt. Die Vorsitzende des niedersächsischen Landfrauenverbandes, Barbara Otte-Kinast, soll nach dem Willen Althusmanns den grünen Agrarminister Christian Meyer ablösen. Otte-Kinast lobte Meyer zwar für sein „offenes Ohr„ für die Landfrauen. Allerdings warf sie ihm vor, mit seiner Politik einen „Keil“ zwischen die landwirtschaftlichen Betriebsarten getrieben zu haben.

Sie hingegen wolle alle Landwirte der verschiedenen Branchen und Bewirtschaftungsarten unterstützen und das gesellschaftliche Verständnis für die Bauern fördern. Jedes Kind sollte auf einem modernen Bauernhof gewesen sein, forderte die 52-jährige Hauswirtschafterin, die mit ihrem Ehemann einen Hof mit Milchvieh, Ackerbau und Biogas führt. „Ich habe richtig Bock auf dieses Ministerium“, sagte die CDU-Kreistagsabgeordnete aus dem Weserbergland. Sorge vor unangekündigten Besuchen von Tierschutzaktivisten auf ihrem Milchviehbetrieb habe sie nach ihrer Nominierung nicht. „Unser Betrieb ist offen für alle“, sagte Otte-Kinast.

Scharfe Kritik am Agrarminister übte die CDU-Politikerin in Sachen Wolf. Meyer habe das Thema auf seinen Umwelt-Ressortkollegen Stefan Wenzel geschoben. Dabei treffe die Ausbreitung des Tieres auch landwirtschaftliche Betriebe. Insbesondere Freizeitangebote von Ferienhöfen müssten aus Sorgen vor Wolfsangriffen eingeschränkt werden.

Althusmann kündigte für den Fall einer Regierungsübernahme einen schärferen Kurs in Sachen Wildtiere an: „Der Wolf ist ein Raubtier und der Wolf gehört ins Jagdrecht“, sagte der CDU-Landesvorsitzende.

Mit der Entscheidung für Otte-Kinast hat Althusmann Beobachter überrascht: Die waren von den Fraktions-Fachpolitikern Helmut Dammann-Tamke und Frank Oesterhelweg sowie die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann ausgegangen. In den kommenden Wochen will Althusmann weitere Mitglieder seines „Kompetenzteams“ vorstellen: Als gesetzt gilt dabei bisher einzig der CDU-Fraktionschef Björn Thümler. Mit Spannung wird erwartet, wer das nach Althusmanns Ankündigung zu kombinierende Schul- und Wissenschaftsministerium führen soll.

Garantie für Junglehrer

Bei einem kleinen Parteitag in einer ehemaligen Reithalle in Hannover verabschiedete die CDU ihr „Regierungsprogramm“ für die Zeit nach der Landtagswahl im Oktober.

Einen Schwerpunkt legte die CDU dabei auf die Schulpolitik. Die Partei wirft der rot-grünen Landesregierung vor, Chaos an den Schulen gestiftet zu haben. Althusmann kündigte an, jedem erfolgreichen Lehramtsstudenten in Niedersachsen eine Jobgarantie zu geben.


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