Baubeginn Mitte 2018 Sechs Spuren: Ausbau der A1 zwischen Lohne und Bramsche

Von Stefanie Witte


Osnabrück. Die A1 wird ab 2018 zwischen Lohne und Bramsche ausgebaut. Am Freitag trafen sich Politiker und Beamte an der Autobahn, um den Baubeginn zu feiern. Im Fokus stand dann aber etwas anderes.

Neben dem guten Wetter und den Vorteilen für die Region wurden die Anwesenden nicht müde, eines zu betonen: Beim Ausbau der Autobahn 1 zwischen Lohne/Dinklage und Bramsche handelt es sich nicht um eines der umstrittenen ÖPP-Projekte (Öffentlich-private Partnerschaft). Auf dem 29 Kilometer langen Abschnitt soll die A1 innerhalb der nächsten vier Jahre von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden. Zum Startschuss am Freitag auf einem stillgelegten Parkplatz nahe der Abfahrt Holdorf kamen Bundes- und Landesvertreter, darunter zahlreiche Politiker aus der Region.

„Kein ÖPP-Modell“

„Das ist kein ÖPP-Modell, sondern ein Funktionsbauvertrag“, sagte Cord Lüesse, Leitender Baudirektor der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Der Bau und die Erhaltung des Autobahnabschnitts werden zum Jahresende ausgeschrieben. Eine Firmengruppe soll dann nicht nur für den Bau, sondern auch für den Erhalt und notwendige Sanierungen innerhalb der nächsten 30 Jahre zuständig sein. Die Summe dafür sei gedeckelt, sagte Lüesse. Wenn also irgendwann eine Fahrbahnsanierung ansteht und den Firmen das Geld ausgeht, sei jede einzelne Firma haftbar. Im schlimmsten Fall stünde der Autobahnabschnitt am Ende wieder unter staatlicher Kontrolle und die Sanierung werde neu ausgeschrieben.

Drohende Pleite

Beim aktuell viel diskutierten Ausbau der A1 zwischen Bremer Kreuz und Buchholzer Dreieck waren die Befugnisse des privaten Partners weitergegangen. Dort hatte der Autobahnbetreiber A1 Mobil im Rahmen einer Öffentlich-privaten Partnerschaft 73 Kilometer Autobahn nicht nur ausgebaut, sondern auch betrieben. Nun droht offenbar die Pleite von A1 Mobil, einem Zusammenschluss mehrerer Firmen, an dem auch Bunte aus Papenburg beteiligt ist. Das Konsortium hat Klage eingereicht. Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Vekehrsministerium sagte am Freitag: „Keinen einzigen Cent werden wir dafür zahlen.“ Der Vertrag sei eindeutig.

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Im Gegensatz zu diesem Modell werde das Autobahnstück zwischen Lohne und Bramsche aber nicht vom privaten Partner betrieben, erklärte Cord Lüesse. Der laufende Betrieb, zu dem der Winterdienst, Beschilderung und die Pflege von Büschen und Bäumen gehören, bleibe in der Hand des Landes Niedersachsen. Dessen Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) lobte: „Der Funktionsbauvertrag ist ein richtig guter Weg.“ Die Erweiterung bildet den Abschluss eines Ausbaus der A1 auf sechs Spuren zwischen Ahlhorner Heide und Lotter Kreuz. 214 Millionen Euro investiert der Bund, denn das Verkehrsaufkommen soll von derzeit 66000 Fahrzeugen pro Tag in den nächsten Jahre auf 80000 ansteigen. Ab Mitte 2018 wird es auf der Strecke zu Einschränkungen kommen.