Fläche wird größer Zahl der Biohöfe in Niedersachsen steigt spürbar

Von dpa

Der ökologische Landbau liegt in Niedersachsen im Trend: Die Zahl der Biohöfe ist im vergangenen Jahr um 9 Prozent gewachsen. Foto: Friso Gentsch/dpaDer ökologische Landbau liegt in Niedersachsen im Trend: Die Zahl der Biohöfe ist im vergangenen Jahr um 9 Prozent gewachsen. Foto: Friso Gentsch/dpa

Hannover. Bio liegt beim Verbraucher im Trend. Aber auch in der Landwirtschaft steigt die Zahl der Höfe, die zumindest teilweise auf ökologische Erzeugung umsteigen.

Der ökologische Landbau liegt in Niedersachsen im Trend: Die Zahl der Biohöfe ist im vergangenen Jahr um 9 Prozent und die ökologisch bewirtschaftete Fläche sogar um 20 Prozent gewachsen, wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Montag mitteilte. Ende 2016 gab es in Niedersachsen 1646 Biohöfe, das waren 4,2 Prozent aller Betriebe. 87 212 Hektar - das waren 3,4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche - wurden ökologisch bewirtschaftet.

„Das ist ein Rekordwachstum innerhalb eines Jahres. Der Biosektor ist das einzige Segment, das wächst“, sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). „Ich freue mich sehr über diesen Bioboom in unserem Land.“ Seit 2012 sei etwa die Zahl der Bio-Legehennen in Niedersachsen um 50 Prozent auf jetzt 2,2 Millionen Hühner angewachsen. Fast jedes zweite Bio-Ei komme mittlerweile aus Niedersachsen.

„Wenn jedes Jahr der Verbrauch im Bio-Sektor um etwa zehn Prozent steigt, dann müssen wir diese Nachfrage noch mehr mit Erzeugnissen auch aus Niedersachsen bedienen können“, sagte Meyer. „Ich will nicht, dass die Bio-Milch aus dem Ausland und die Bio-Kartoffel aus Ägypten kommen.“

Das Ministerium stützt sich auf Zahlen des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), die höher liegen als vom Landesbauernverband am Montag ausgewertete Zahlen des Landesamtes für Statistik. Das Laves erfasst auch Höfe mit weniger als fünf Hektar Fläche und weniger als zehn Rindern.

Nach der Statistik des Bauernverbandes hatte sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche und die Zahl der Biohöfe zwischen 1999 und 2003 verdoppelt, um dann zehn Jahre fast konstant zu bleiben. Danach gab es wieder einen Zuwachs. Zugleich sank die Gesamtzahl der Bauernhöfe um 9,4 Prozent. Im Schnitt bewirtschaften die Höfe etwa 70 Hektar.

Der Grünlandanteil der Biohöfe liegt mit 54 Prozent etwa doppelt so hoch wie im konventionellen Bereich, im Gegenzug ist das Ackerland je Betrieb durchschnittlich 20 Hektar kleiner, hieß es vom Bauernverband. Bei mehr als 10 000 Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Niedersachsen handelt es sich um ertragsarmes Dauergrünland, davon werden rund 7600 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Diese Flächen sind im Nordosten des Landes und im Harz besonders häufig zu finden.

Eine Konzentration des Ökolandbaus in den Landkreisen Osterode, Heidekreis und Lüchow-Dannenberg ist die Folge. Mehr als zehn Prozent der landwirtschaftlichen Flächen dort werden ökologisch bewirtschaftet. Die Kreise Wolfenbüttel, Helmstedt und Hildesheim sind ertragreiche Ackerbaustandorte, hier werden nur 2,5 Prozent der Flächen ökologisch bewirtschaftet.

Derzeit gibt es bei Ökobetrieben den Trend, dass immer weniger Höfe ihren Betrieb vollständig auf Ökolandbau umstellen, wie aus Daten des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Durch Teilung der Betriebe in mehrere rechtliche Einheiten sei es möglich, nur die Tierhaltung oder nur den Ackerbau ökologisch zu betreiben. Die Zahl der Höfe mit vollständiger ökologischer Bewirtschaftung sank um 2,6 Prozent auf 1026 Betriebe.


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