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Viele Häuser stehen leer Studie: Im Emsland wird zu viel gebaut

Laut einer Studie wird im Emsland mehr gebaut als sinnvoll wäre. Symbolfoto: dpaLaut einer Studie wird im Emsland mehr gebaut als sinnvoll wäre. Symbolfoto: dpa

Meppen/Köln. Im Emsland wird nach Einschätzung des Kölner Instituts der Deutschen Wirtschaft zu viel gebaut.

Der Landkreis im Westen Niedersachsens gehört einer neuen Studie der Wirtschaftsforscher zufolge zu den Regionen, in denen mehr gebaut wird, als sinnvoll wäre - gemessen an der schrumpfenden Bevölkerung und der Tatsache, dass vielerorts Häuser leer stehen.

So seien im Emsland zwischen 2011 und 2015 rund 1060 Wohnungen mehr gebaut worden, als auf Basis der Bevölkerungsentwicklung und der bestehenden Leerstände sinnvoll gewesen wäre. Zum Großteil handele es sich um große Wohnungen oder Einfamilienhäuser. Auch im Schwarzwald, in der Eifel oder in vielen Teilen Bayerns werde gemessen am Bedarf zu viel gebaut, meinen die Autoren der Studie.

Widerspruch kommt vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund. Die Kommunen stellten das Bauland zwar zur Verfügung, aber bauten die Häuser selber nicht, sagte NSGB-Experte Meinhard Abel: „Wenn Bauland in Anspruch genommen wird, zeigt das doch, das Bedarf vorhanden ist.“

Auch Nabu ist „alarmiert“

Auf dem Land in der Nachbarschaft großer Städte und in Flächenlandkreisen wie dem Kreis Cloppenburg wachse die Bevölkerung noch, dort seien dringend Neubauten nötig. Das entlaste auch die großen Städte, die selbst nicht ausreichend Bauland zur Verfügung stellen. „Bedarfe können sich ändern“, sagte Abel und verwies auf neuen Wohnraumbedarf für Flüchtlinge.

„Die rege Bautätigkeit in ländlichen Regionen alarmiert auch uns“, sagte hingegen Henry Wilke vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Das neue Baugesetzbuch habe zahlreiche Ausnahmemöglichkeiten und Erleichterungen für Wohnungsbau auf landwirtschaftlichen und unbebauten Flächen am Ortsrand geschaffen. Damit sei das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2030 den täglichen Flächenverbrauch auf 30 Hektar zu drosseln, konterkariert worden. „Der Boden als endliche Ressource muss vor maßlosem Flächenverbrauch und Versiegelung geschützt werden“, sagte Wilke.


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