Mitglieder der Al-Nusra-Front? Vier Syrer in Norddeutschland wegen Bürgerkriegs-Taten verhaftet

Von dpa

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Spezialkräfte der Polizei stehen am 12. Juni 2017 in Seevetal (Niedersachsen) vor dem Eingang eines Einfamilienhauses. Die Bundesanwaltschaft hat in Norddeutschland vier Männer wegen Taten im syrischen Bürgerkrieg festnehmen lassen. Foto: Mücahid Güler/dpaSpezialkräfte der Polizei stehen am 12. Juni 2017 in Seevetal (Niedersachsen) vor dem Eingang eines Einfamilienhauses. Die Bundesanwaltschaft hat in Norddeutschland vier Männer wegen Taten im syrischen Bürgerkrieg festnehmen lassen. Foto: Mücahid Güler/dpa

Karlsruhe/Seevetal. Die Bundesanwaltschaft hat am Montag in Norddeutschland vier Syrer wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer Terrororganisation im Ausland festnehmen lassen.

Sie sollen in ihrer Heimat Mitglieder der Terrormiliz Al-Nusra-Front gewesen sein, wie in Karlsruhe mitgeteilt wurde. Die Männer im Alter zwischen 39 und 51 Jahren wurden in Lübeck sowie in Hamburg und Umgebung gefasst. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung wurde einer der Männer südlich von Hamburg in der niedersächsischen Gemeinde Seevetal im Landkreis Harburg verhaftet.

Den Männern wird vorgeworfen, sich der Al-Kaida-nahen Al-Nusra-Front angeschlossen zu haben. Sie sollen an Kämpfen gegen syrische Regierungstruppen und die kurdischen Volksverteidigungseinheiten teilgenommen haben. Bewaffnet hätten sie Wachdienste für die Miliz in der nordsyrischen Stadt Ras al-Ain geleistet.

Vorwurf der Kriegsverbrechen

Zwei der Männer stehen außerdem im Verdacht, Anhänger der Regierung von Präsident Baschar al-Assad vertrieben und das Anwesen der Familie geplündert zu haben. Der 51-Jährige sei mit einem Pickup-Auto mit aufmontiertem Maschinengewehr durch den kurdischen Teil der Stadt gefahren und habe die Bewohner zum Verlassen der Ortschaft aufgefordert. Diese Taten wertet die Bundesanwaltschaft als Kriegsverbrechen.

„Die heutigen Festnahmen sind ein weiterer wichtiger Schlag gegen islamistische Gefährder“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). Die niedersächsischen Sicherheitsbehörden hierzulande seien im Kampf gegen den Terror gut aufgestellt. „Sie haben die Ermittlungen zur heutigen Aktion maßgeblich mit eingeleitet“, sagte Pistorius. „Der heutige Erfolg zeigt, dass die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden aus Bund und Ländern ausgezeichnet funktioniert.“ Es sei richtig, Gesetze konsequent anzuwenden, Gefährder im Blick zu behalten und gleichzeitig die Antiradikalisierung voranzubringen. (Weiterlesen: Pistorius fordert Übungen zum Schutz gegen Cyber-Attacken)

Drei der Festgenommenen sind den Angaben zufolge Brüder. Dass der Vierte ebenfalls zur Familie gehört, wurde auf Nachfrage weder bestätigt noch dementiert. Seit wann sich die Männer in Deutschland aufhalten und wie sie hierher kamen, wurde nicht mitgeteilt. Bereits am 30. Mai seien Haftbefehle gegen die vier Verdächtigen erlassen worden. Die Festgenommenen sollen am Dienstag dem Ermittlungsrichter in Karlsruhe vorgeführt werden.


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