Ein Bild von Klaus Wieschemeyer
11.06.2017, 16:50 Uhr KOMMENTAR ZUM WAHLPROGRAMM

Programm für Landtagswahl: Grüne mit Ecken und Kanten

Kommentar von Klaus Wieschemeyer

Die Grünen stimmten mit Blumenkarten für ihr Wahlprogramm. Das ist an vielen Stellen aber nicht nur blumig. Foto: dpaDie Grünen stimmten mit Blumenkarten für ihr Wahlprogramm. Das ist an vielen Stellen aber nicht nur blumig. Foto: dpa

Wolfenbüttel. Mit dem Programm für die Landtagswahl 2018 legen die Grünen ein Konzept, an dem man sich prima abarbeiten kann.

Wir werden dazu gewählt, anzuecken“, hatte Paula Rahaus von der Grünen Jugend am Samstag beim Landesparteitag gesagt und damit bereits eine Richtung vorgegeben.

Das am Sonntag verabschiedete grüne Landtagswahlprogramm hat viele Ecken und Kanten. Zwar musste auch die Grüne Jugend Abstriche machen. So scheiterten Anträge, die allzu sehr nach Verbotsrhetorik à la Veggieday rochen. Die Grünen werden also nicht fordern, Autos generell aus Niedersachsens Innenstädten zu verbannen.

Doch in vielen Punkten setzte sich die Jugendorganisation durch. Und auch die Gesamtpartei verlangt zur Landtagswahl 2018 Dinge, die vor allem dem aktuellen SPD-Koalitionspartner nicht schmecken dürften.

So ist die Absage an neue Autobahnen nicht neu, doch gewinnt das Thema mit Näherrücken der ersten Spatenstiche in der kommenden Legislatur an Brisanz. Und eine Verschärfung des Waffenrechts wird vor allem den Schützenvereinen sauer aufstoßen.

Fraglos hat das Programm das Zeug für einen pointierten Wahlkampf, denn die anderen Parteien können sich gut an den streitbaren Positionen abarbeiten. Ob die Grünen selbst für ihr Anecken gewählt werden, liegt an der Art, wie sie ihre Inhalte verkaufen. Mit sauertöpferischer Besserwisserei wie in Nordrhein-Westfalen rückt ein Wahlsieg in weite Ferne.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN