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28.05.2017, 18:46 Uhr KOMMENTAR

FDP zwischen Traum und Trauma

Von Klaus Wiesche- meyer


Christian Lindner. Foto: dpaChristian Lindner. Foto: dpa

Die Liberalen um Christian Lindner sonnen sich in Wahlerfolgen und guten Umfragewerten. Dabei vergessen Sie das Trauma von 2013 nicht.

Die FDP ist wieder da. In Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sowieso. Und glaubt man den Umfragen, sind die Wiedereinkehr in den Bundestag und eine Regierungsbeteiligung in Niedersachsen 2018 in greifbare Nähe gerückt.

Das weckt schon jetzt Begehrlichkeiten: Angesichts chronischer Umfrageschwäche entdeckt die rot-grüne Landesregierung immer mehr Gemeinsamkeiten mit einem möglichen Partner in einer Ampelkoalition. Und die CDU stellt klar, dass Schwarz und Gelb nicht nur bei Borussia Dortmund zusammengehören.

Diese machttaktischen Spielchen können die Liberalen überhaupt nicht gebrauchen: Die neue FDP muss bis zur Bundestagswahl klar machen, dass sie jenen Machthunger überwunden hat, der sie in das Wahldebakel von 2013 führte. Das Trauma der für die FDP fatalen Koalition mit der Bundes-CDU wirkt nach. Kehrt auch nur der Eindruck zurück, dass sich Liberale zugunsten von Posten und Dienstwagen erneut über den Tisch ziehen lassen, ist die Partei erledigt. Insofern sind die Liberalen auch nur bedingt froh, dass es in Düsseldorf auf den schwarz-gelben Regierungsklassiker hinausläuft. Denn koalieren heißt auch: mit Kompromissen eigene Positionen aufgeben. Das FDP-Trauma im Bund hat deshalb das Zeug, die rot-grünen Träume einer Ampel in Niedersachsen zunichte zu machen. Auch wenn man inhaltlich Gemeinsamkeiten hat.


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