Niedersachsen plant neue Regelungen Können Schüler bald Tablets in Prüfungen nutzen?

Von dpa

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Geht es nach dem Ministerium, sollen Schüer in Niedersachen bald schon Tablets in Prüfungen benutzen dürfen. Foto: dpaGeht es nach dem Ministerium, sollen Schüer in Niedersachen bald schon Tablets in Prüfungen benutzen dürfen. Foto: dpa

Hannover. Für niedersächsische Schüler könnte der Prüfungsalltag bald leichter werden. Möglich machen sollen es unter anderem Tablet-Computer. Niedersachsen will Vorreiter sein.

Der Einsatz von Tablet-Computern bei Prüfungen in niedersächsischen Schulen könnte schon nach den Sommerferien starten. Es wird angestrebt, dass die Regelungen im kommenden Schuljahr 2017/2018 greifen können, hieß es aus dem Kultusministerium. Mit dem neuen Erlass sollten Rechts- und Handlungssicherheit für Prüfungssituationen geschaffen werden, so Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Dienstag.

Bereits an über 1000 Schulen im Einsatz

Schulen, in denen digitale Geräte wie Tablet-Computer und Smartphones bereits im Unterricht eingesetzt werden, könnten diese als Hilfsmittel bei Prüfungen bis zum Abitur anwenden. Nach Angaben des Ministeriums lernen Schüler bereits an mehr als 1000 Schulen mit persönlichen digitalen Geräten. Darauf seien die zugelassenen Hilfsmittel wie Taschenrechner, Wörterbücher oder Formelsammlungen schon installiert.

Es gehe nicht darum, dass alle Arbeiten am Tablet geschrieben würden, sondern darum, dass diese erlaubten Hilfsmittel auch als App aufgerufen werden könnten, betonte ein Ministeriumssprecher.

Die Geräte müssen in einen Prüfungsmodus geschaltet werden, in dem zum Beispiel Internetzugang, Mikrofon und Kamera nicht funktionieren. Den Lehrern wird ebenfalls digital signalisiert, dass sich die Geräte in dem Modus für die aktuelle Prüfung befinden. Grundvoraussetzung sei auch, dass die Schüler die Geräte schon über einen längeren Zeitraum im Unterricht anwenden, sich damit auskennen und im Umgang sicher fühlen. Der Entwurf mit dem Konzept und den Anforderungen soll betroffenen Verbänden zur Anhörung vorlegt werden.

Es fehle ein „Digitaler Fahrplan“

Für die niedersächsische CDU geht die Ministerin damit den dritten vor dem ersten Schritt. Der Einsatz von Tablets und anderen digitalen Geräten sei nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel. „Die Ministerin sollte zunächst dafür sorgen, dass digitale Medien auf sinnvolle Weise im alltäglichen Unterricht verankert sind. Dazu hat sie bislang zu wenig beigetragen“, sagte der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Kai Seefried. „Den niedersächsischen Schulen fehlt ein digitaler Fahrplan für die nächsten Jahre“, monierte er.

„Smartphones oder Tablets sind selbstverständlicher Teil des Alltags bei Schülern. Darum ist es sinnvoll, den Einsatz in Prüfungssituationen vorzusehen und verbindlich zu regeln“, sagte die stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft Wissenschaft und Erziehung (GEW) Laura Pooth. Die Anwendungen müssten aber sicher und praktikabel sein. „Lehrkräfte brauchen entsprechende Fortbildungen“, forderte sie.

Bei der Zulassung von Tablet-Computern für Prüfungen warnt der Philologenverband vor einem zu schnellen Einsatz von Technik. „Wir müssen aufpassen, dass wir im Zuge der gewünschten Digitalisierung nicht jede Technik überall hochjubeln“, sagte der Vorsitzende des Verbandes in Niedersachsen, Horst Audritz.


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