Verein gilt als aufgelöst Hildesheimer Islamisten-Zentrum ist offiziell verboten

Im Juli 2016 erstürmten Polizisten Räume der Moschee „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim“. Jetzt wurde der Verein endgültig verboten. Archivfoto: Chris Gossmann/dpaIm Juli 2016 erstürmten Polizisten Räume der Moschee „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim“. Jetzt wurde der Verein endgültig verboten. Archivfoto: Chris Gossmann/dpa

Hildesheim. Das Verbot des „Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim“ (DIK) ist nach Ablauf der Klagefrist rechtskräftig – er gilt somit als aufgelöst.

„Dieser Verein war ein wichtiger Kristallisationspunkt in der niedersächsischen und deutschen Islamistenszene“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch. Der DIK habe als Rekrutierungszentrum der Terrormiliz Islamischer Staat gedient. Die Sicherstellung zahlreicher digitaler Speichermedien hätten den Verdacht gegen den Verein bestätigt.

Auch Berlin-Attentäter hielt sich beim Verein auf

Auch der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, hatte sich dort im Februar 2016 aufgehalten. (Weiterlesen: Attentäter Amri als Pizzabote in Hildesheim unterwegs) Der Ende 2016 inhaftierte Hassprediger Abu Walaa, der als salafistischer Chefideologe und mutmaßlicher Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat in Deutschland gilt, war ebenfalls in der DIK-Moschee in Hildesheim. Nach Exerzitien mit ihm waren Teilnehmer in die IS-Kampfgebiete aufgebrochen. Die Behörden hatten den Islamkreis am 14. März offiziell verboten – danach hatten die Betroffenen einen Monat Zeit, Rechtsmittel dagegen einzulegen. Diese Frist lief nun ab.


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