Bleibt Hampel? Niedersachsens AfD streitet hinter verschlossenen Türen

Von dpa

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Demonstranten stehen am 25.03.2017 vor dem Bürgerhaus in Hannover-Misburg, in dem die Partei Alternative für Deutschland (AfD) ihren Landesparteitag hält. Die AfD wählt den Landesvorstand neu. Foto: Peter Steffen/dpaDemonstranten stehen am 25.03.2017 vor dem Bürgerhaus in Hannover-Misburg, in dem die Partei Alternative für Deutschland (AfD) ihren Landesparteitag hält. Die AfD wählt den Landesvorstand neu. Foto: Peter Steffen/dpa

Hannover. Mitglieder von Niedersachsens AfD rechnen auf ihrem Parteitag miteinander ab - Journalisten dürfen nicht dabei sein. Es gibt hohen Aussprache-Bedarf. Die Kampfabstimmung über den neuen Landesvorstand verzögert sich wohl auf Sonntag.

Unter Ausschluss der Medien haben rund 360 Mitglieder der niedersächsischen AfD am Samstag in Hannover ihren innerparteilichen Streit ausgetragen. Nach Einschätzung von Teilnehmern dürfte die erwartete Kampfabstimmung um den Vorsitz des Landesverbandes daher erst am Sonntag anstehen. Die Göttinger Kreisvorsitzende Dana Guth (49) tritt gegen den bisherigen Landesvorsitzenden Paul Hampel (59) an. Kritiker werfen ihm einen autoritären Führungsstil vor. Erwartet wird ein knappes Ergebnis. „Das wird hier kein Durchmarsch für Hampel“, sagte das Stader AfD-Mitglied Lars Seemann.

Ein anderer Teilnehmer sprach von einer gereizten Stimmung im Saal, die von verletzten Eitelkeiten geprägt sei. In beiden Lagern gebe es aber den Wunsch nach Einigkeit. „Der Einigungswille ist da, denn alle haben Angst, dass hier ein Ballon platzt und die Situation unkontrollierbar wird“, sagte der Harbuger AfD-Kreisvorsitzende Jens Krause vor Journalisten. Der Gesprächsbedarf der versammelten Parteimitglieder sei enorm. „Wir haben mit überdeutlicher Mehrheit festgestellt, dass eine Aussprache stattfinden soll.“

Baden-Württembergs AfD-Vorsitzender Ralf Özkara, der die Versammelten in einem Grußwort zur Einigung aufgerufen hatte, sagte den vor dem Eingang der Bürgerhalle Misburg wartenden Medienvertretern: „Es geht hier weniger um Flügelkämpfe, sondern eher um Personen - so was hatten wir bisher noch nicht in Baden-Württemberg.“ Zuvor hatte eine Mehrheit der anwesenden Mitglieder beschlossen, die Medien zu ihrer Aussprache „zunächst“ nicht zuzulassen.


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