Jeder zwölfte Zug kam zu spät Niedersachsen: Mehr als 27.000 Regionalzüge fielen 2016 aus

Eine Nordwestbahn im Hauptbahnhof Osnabrück. Der Regionalverkehr auf der Schiene ist in Niedersachsen an eine ganze Reihe von Anbietern vergeben. Foto: Jörn MartensEine Nordwestbahn im Hauptbahnhof Osnabrück. Der Regionalverkehr auf der Schiene ist in Niedersachsen an eine ganze Reihe von Anbietern vergeben. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr 27.432 Zugverbindungen im Regionalverkehr ausgefallen. Darüber hinaus kam rund jede zwölfte Bahn zu spät. Das teilte die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Im Vergleich zu 2015 habe sich die Pünktlichkeitsquote mit 91,4 Prozent leicht verbessert, so LNVG-Sprecher Rainer Peters. Gleiches gelte für Zugausfälle. Die Bahnunternehmen müssen nun mit Kürzungen bei den Zahlungen durch das Land Niedersachsen rechnen. Vermutlich drei bis vier Millionen Euro werden einbehalten. Niedersachsen bezuschusst den regionalen Bahnverkehr jährlich mit rund 300 Millionen Euro.

Wo waren Züge besonders unpünktlich?

Die Pünktlichkeitsquote unterscheidet sich auf den einzelnen Strecken teils deutlich. So lag die Quote auf den Strecken Osnabrück-Bremen-Bremerhaven und Hannover-Oldenburg-Norddeich Mole nur bei 85,8 Prozent – landesweit das schlechteste Ergebnis. Etwa jeder siebte Zug hatte hier also Verspätung. Laut LNVG lag dies aber nicht unbedingt in der Verantwortung der DB-Regio, deren rote Züge in diesem Netz fahren. Baustellen und vorfahrtberechtigte Fernverkehrszüge hätten die Regionalbahnen häufig ausgebremst. Ähnliche Probleme plagten auch die Metronom-Züge zwischen Bremen und Hamburg. (Weiterlesen: Niedersachsen will 100-Prozent Videoüberwachung in Regionalzügen)

Da, wo nur Regionalbahnen unterwegs sind, erzielten die Unternehmen folglich auch die höchsten Pünktlichkeitsquoten. Spitzenreiter waren laut LNVG Strecken im Südosten von Niedersachsen, die von der DB Regio und der Nordwestbahn befahren werden. Hier kamen über 95 Prozent der Züge pünktlich an. Gleiches gilt auch für die Regionalzüge des Unternehmens EVB aus Zeven auf der Strecke Cuxhaven-Bremerhaven und Buxtehude-Bremerhaven. Als pünktlich gelten Züge, die nicht später als fünf Minuten nach Fahrplan einen Bahnhof erreichen. (Weiterlesen: Nordwestbahn: Wieder 25 Zugverbindungen ausgefallen)

Als Ursache für Zugausfälle in Niedersachsen nannte die LNVG neben Baustellen im Streckennetz vor allem Lokführermangel. Davon betroffen war unter anderen die Nordwestbahn im sogenannten Weser-Ems-Netz. Zwischen Bremen und Osnabrück sowie von Wilhelmshaven oder Esens über Oldenburg nach Osnabrück strich das Unternehmen 130.425 eigentlich eingeplante Zugkilometer.

Lobende Worte findet die LNVG für die Westfalenbahn. Deren Start auf der Emslandlinie und der Mittellandlinie sei passabel gewesen. Vergleichsweise wenige Züge seien zwischen Emden und Münster sowie zwischen Rheine beziehungsweise Bielefeld und Braunschweig ausgefallen. Hier war zuvor die Bahn-Tochter DB-Region unterwegs und hatte mit Lokführermangel zu kämpfen. (Weiterlesen: Nach Zugausfällen im Emsland: Land straft Bahn ab)


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