Mann aus Kreis Osnabrück verurteilt Tausende Legehennen verhungert: Geldstrafe gegen Ex-Landwirt

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Legehennen in einem Stall. Ein ehemaliger Landwirt aus dem Landkreis Osnabrück ließ Tausende Tiere in einem Stall im Landkreis Vechta verhungern. Foto: dpaLegehennen in einem Stall. Ein ehemaliger Landwirt aus dem Landkreis Osnabrück ließ Tausende Tiere in einem Stall im Landkreis Vechta verhungern. Foto: dpa

Osnabrück. Weil er Tausende Legehennen verhungern ließ, ist ein ehemaliger Landwirt aus dem Altkreis Bersenbrück zu einer Geldstrafe von 2700 Euro verurteilt worden. Tiere darf er nicht mehr halten.

Den Veterinären des Landkreises Vechta bot sich ein grausiges Bild, als sie vor gut einem Jahr den Stall in Damme betraten: überall Knochen und Federn – die Überreste der bereits weitgehend verwesten Legehennen. Auf 5000 schätzten die Tierärzte damals die Zahl der Kadaver. Im ganzen Stall habe sich „kein einziges Futterkorn“ mehr befunden, sagte eine Veterinärin am Montag als Zeugin vor Gericht aus.

Kein Geld fürs Futter

Wie konnte es so weit kommen? Der Angeklagte schwieg und ließ seinen Anwalt für sich sprechen. Der erklärte, sein Mandant sei in Zeiten niedriger Eierpreise in finanzielle Schieflage geraten. Rechnungen für den Tierarzt, den Strom und eben auch das Futter blieben unbezahlt. In dieser Situation habe er kopflos reagiert. „Finanzielle Gründe sind keine Rechtfertigung“, rügte der Staatsanwalt den 60-Jährigen. Er habe die Tiere Hungern und Dürsten lassen bis zu deren Tod.

„Elendig verendet“

Warum er die Legehennen beispielsweise nicht zum Schlachthof bringen ließ, blieb unklar. Der Mann habe vor der Situation den „Kopf in den Sand gesteckt“, so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Eine Vielzahl von Tieren sei „elendig verendet“. Sie verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 2700 Euro.

Keine Rolle spielten dabei rund 500 Kadaver, die die Veterinäre in einem zweiten Stall des ehemaligen Landwirts in der Einstreu entdeckt hatten. Nachträglich ließ sich nicht mehr klären, ob es sich dabei um „Schwund“ handelte, wie es der Verteidiger formulierte, oder ob die Tiere ebenfalls verhungert waren.

Der Landkreis Vechta hat unterdessen gegen den ehemaligen Landwirt ein Tierhaltungsverbot verhängt, das deutschlandweit gültig ist. Gegen ihn läuft zudem ein Verfahren wegen Insolvenzverschleppung am Amtsgericht Bersenbrück.


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