Kriminalitätsstatistik 2016 Mehr Sozialbetrüger und Haschraucher in Niedersachsen

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Hannover. Weniger Straftaten, eine höhere Aufklärungsquote: „Niedersachsen ist und bleibt ein sicheres Bundesland“, sagte SPD-Innenminister Boris Pistorius am Montag bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik 2016. Für die Opposition ist das „Schönfärberei“.

So empfindet es der CDU-Abgeordnete Thomas Adasch. Bei den höchsten Opferzahlen der vergangenen zehn Jahre sei die Aussage „schon fast zynisch“. Die FDP beklagt den Rückgang der Aufklärungsquote bei Einbrüchen als „verheerend. Hier einige weitere ausgewählte Ergebnisse:

Gesamtstatistik: Die Zahl der registrierten Straftaten ging 2016 um 1,14 Prozent auf 561963 Fälle zurück. Auch die Kriminalitätsbelastung pro Person sank leicht, trotzdem stieg die Zahl der Opfer mit 101711 Personen an.

Flüchtlinge: Die Zahl tatverdächtiger Flüchtlinge hat von 2015 auf 2016 zwar deutlich abgenommen. Rechnet man jedoch ausländerrechtliche Verstöße wie die illegale Einreise heraus, gibt es eine klare Zunahme. Demnach sind 18655 Flüchtlinge tatverdächtig. Dies liegt laut Innenminister auch an der demografischen Zusammensetzung: Viele sind jung, männlich und haben ein geringeres Sozialprestige. Solche Personen werden statistisch öfter zu Tätern – und auch zu Opfern. Pistorius betonte, dass die weitaus meisten Flüchtlinge unbescholten seien.

Sozialbetrug: 2016 registrierte die Polizei 2644 Fälle von Sozialbetrug. Dies ist der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. 487 dieser Fälle wurden durch Flüchtlinge begangen, das sind 258 Prozent mehr als 2015. Der Gesamtschaden betrug 5,8 Millionen Euro, der durch Flüchtlinge 945000 Euro. Da noch zahlreiche Fälle in Bearbeitung sind, dürfte die Zahl des Sozialbetrugs durch Flüchtlinge auch 2017 hoch ausfallen. Bis Ende Januar waren 378 Fälle aktenkundig.

Drogen: Bei den Rauschgiftdelikten ging der Trend in den vergangenen Jahren nach oben: 2016 wurden 31771 Fälle gezählt, das ist ein Plus von 3,85 Prozent. Bei Kokain/Crack lag das Plus bei 16,54 Prozent (1867 Fälle), bei Ecstasy bei 15,23 Prozent (3223 Fälle), bei Cannabis bei 2,97 Prozent (20151 Fälle). Pistorius sprach sich gegen eine generelle Hasch-Freigabe aus. Es gebe schon mehr als genug legale Drogen.

Gewalt gegen Polizei: Im vergangenen Jahr zählte die Polizei 1205 Angriffe auf Kollegen, das sind rund 10 Prozent mehr als noch 2015. 1107 Beamte wurden verletzt, 2015 waren es noch 1020. Seit Februar sind 60 Streifenwagen in einem Pilotversuch mit Videokameras ausgestattet, um Kontrollen zu filmen. Die FDP beklagt, dass es für dieses Projekt ebenso wie für den Pilotversuch mit Körperkameras keine Rechtsgrundlage gebe.

Diebstähle: Die Zahl der Diebstähle geht weiter langsam zurück: Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 107339 Fälle, im Vorjahr waren es noch 112089. Ungefähr jeder dritte Diebstahl wurde aufgeklärt (32,78 Prozent).

Jugendkriminalität: 2016 schnappte die niedersächsische Polizei 25246 tatverdächtige Minderjährige. 2007 waren es noch 43186. Seitdem geht die Fallzahl von Jahr zu Jahr beständig zurück. Allerdings wurden 2016 auch 3179 mit Cannabis erwischt. Das ist fast doppelt so viel wie 2007 (1632).


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