Strafverfahren eingeleitet Alkohol: Polizei ermittelt gegen AfD-Chef Hampel

Gegen den AfD-Landesvorsitzenden Armin Paul Hampel wird ermittelt. Foto: dpaGegen den AfD-Landesvorsitzenden Armin Paul Hampel wird ermittelt. Foto: dpa

Hannover. Die Polizei ermittelt gegen den Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden der niedersächsischen AfD wegen des Verdachts auf Alkohol am Steuer.

Die Polizei hat ein Strafverfahren gegen den Vorsitzenden und Spitzenkandidaten der niedersächsischen AfD, Armin Paul Hampel, eingeleitet. Das bestätigte ein Sprecher der Polizeiinspektion in Rotenburg (Wümme) gegenüber unserer Redaktion. Nach Informationen unserer Zeitung war die Fahrweise des Politikers am Abend des 17. Januar der Autobahnpolizei auf der A 1 in Höhe Sittensen aufgefallen.

Ein Alkoholtest ergab demnach einen Wert von 0,6Promille. Die Ermittlungen der Polizei dauern an: Der Vorgang werde „zeitnah“ an die zuständige Staatsanwaltschaft in Stade abgegeben, sagte ein Polizeisprecher. Hampel äußerte sich auf Nachfrage unserer Redaktion nicht zu dem Vorfall. (Weiterlesen: Trappenjagd“ auf Kritiker innerhalb der AfD)

Ab 1,6 Promille zur MPU

Eine Trunkenheitsfahrt zwischen 0,5 und 1,09 Promille gilt laut Bußgeldkatalog als Ordnungswidrigkeit, sofern es zu keinen Ausfallerscheinungen gekommen ist. Ansonsten handelt es sich um eine Straftat. Ab 1,1 Promille hat man sich einer Trunkenheitsfahrt strafbar gemacht. Dieses Vergehen kann laut Verkehrswacht mit einem Freiheitsentzug von bis zu einem Jahr, Führerscheinentzug zwischen sechs Monaten und fünf Jahren sowie Punkten im Verkehrszentralregister bestraft werden.

Ab 1,6 Promille muss man sich zudem einer MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) unterziehen, bevor die Möglichkeit besteht, seine Fahrerlaubnis zurückzuerlangen.

Der Ex-Journalist war am vergangenen Wochenende in Hannover zum Spitzenkandidaten der Landes-AfD für die Bundestagswahl gekürt worden. Hampel-Kritiker waren dem Treffen ferngeblieben, weil sie es für illegal halten. Landesschatzmeister Bodo Suhren kündigte eine weitere Klage vor dem Landesschiedsgericht an. (Weiterlesen: Frauke Petry in Münster: Kein normaler Tag für die Polizei)

Druck auf Abweichler

Hampel-Kritiker waren dem Treffen ferngeblieben, weil sie es für illegal halten . Landesschatzmeister Bodo Suhren kündigte eine weitere Klage vor dem Landesschiedsgericht an.

Unterdessen erhöht die Parteispitze den Druck auf Abweichler: In einer Mail an Hampel-Vertraute kündigt der Ex-Kreisvorsitzende von Osterholz und Verden, Uwe Wappler , eine „Operation Trappenjagd“ gegen seinen Nachfolger Thorben Freese an. Landesvorstand Wilhelm von Gottberg rät Wappler, „den Krieg nicht vor dem 13.Februar“ zu eröffnen. Der 76-jährige Gottberg, der als möglicher Bundestags-Alterspräsident gilt, wies den Vorwurf von Retourkutschen zurück: „Es gibt keine Pläne, gegen Kritiker vorzugehen“, sagte er.


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