Hampel setzt sich durch AfD-Krach in Niedersachsen: Liste wird doch am Samstag aufgestellt

Will auf Listenplatz 1: AfD-Landeschef Armin Paul Hampel. Foto: dpaWill auf Listenplatz 1: AfD-Landeschef Armin Paul Hampel. Foto: dpa

Hannover. Der Machtkampf in der AfD Niedersachsen ist vorerst entschieden: Das Bundesschiedsgericht hat sich nach Worten von Parteichef Hampel hinter ihn gestellt.

Die Listenaufstellung der AfD Niedersachsen für die Bundestagswahl findet doch am Samstag, 4. Februar, statt: Nach Angaben von Landesparteichef Armin Paul Hampel hat das Bundesschiedsgericht am Freitagmittag die vorherige Ablehnung des Landesschiedsgerichts einkassiert. Dieses hatte am Mittwoch entschieden, dass die vierwöchige Ladefrist für die Aufstellungsversammlung um knapp einen Tag gerissen worden sei.

Das sieht die Bundespartei Hampel zufolge anders: „Eine ausreichende Ladung ist erfolgt“, fasste Roderik Pfreundschuh vom AfD-Landesfachausschuss Justiz die Entscheidung am Freitagabend vor Journalisten zusammen. Demnach habe das Landesschiedsgericht in einer „mehr als abenteuerlichen“ Entscheidung die Satzung „sehr eng“ ausgelegt. Die vom Landesgericht gerügte Fristverletzung bezeichnete Hampel als „Lapsus“ und „vernachlässigbare Größe“.

Hampel sagte, er bedauere, dass die „mehr als 2300 Parteimitglieder in den vergangenen Tagen durch destruktive Kräfte in unserer Partei in große Verwirrung geraten sind.“ Es gebe Kräfte innerhalb der AfD, „die nicht das Wohl der Partei im Sinn haben.“ Ohne ihre Namen konkret zu nennen, beschuldigte er Holger Pieters (Ostfriesland) und Lars Seemann (Kreisverband Stade), die AfD von innen beschädigen zu wollen.

In den vergangenen Monaten war der Landesverband durch viele Konflikte in die Schlagzeilen geraten. Dabei habe es keine Sieger, sondern nur Geschädigte gegeben. „Der Verlierer ist die AfD Niedersachsen“, sagte Hampel.

Allerdings sei die Partei nicht nachhaltig beschädigt, betonte der Landesvorsitzende. Bei der AfD verhalte es sich wie bei einem Sportwagen: Dessen Kotflügel sei nun zwar ramponiert, der Motor hingegen voll intakt.

Hampel will bei dem Parteitag am Samstag für den ersten Platz der Landesliste kandidieren. Mit seiner Erfahrung in der Bundespolitik könne er der Partei am besten dienen, sagte der Ex-Journalist. Es gehe nicht darum, Parteitage zu gewinnen, sondern die Bundestagswahl.


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