Initiative des Gewerkschaftsbundes Gibt es bald einen weiteren Feiertag für Niedersachsen?

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Der 500. Reformationstag ist 2017 ein bundesweiter Feiertag. Foto: Sebastian Gollnow/dpaDer 500. Reformationstag ist 2017 ein bundesweiter Feiertag. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Osnabrück. In Niedersachsen müssen Arbeitnehmer bis zu fünf Tage pro Jahr mehr arbeiten, als Kollegen im Süden Deutschlands. Wenn es nach den Gewerkschaften geht, soll sich das bald ändern: Der DGB Nord setzt sich für einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag ein.

Die Gewerkschaften im Norden machen sich für einen zusätzlichen Feiertag stark. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), Uwe Polkaehn, sagte: „Die Produktivität wächst, der Arbeitsdruck auch. Deshalb ist es höchste Eisenbahn, im Norden die Zahl der Feiertage zu erhöhen.“ Sein Vorschlag: ein gemeinsamer Vorschlag der Landesregierungen an die Länderparlamente im Norden.

14 Feiertage in Augsburg

In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Berlin gibt es pro Jahr neun gesetzliche Feiertage. In anderen Bundesländern sieht das anders aus: Arbeitnehmer in Nordrhein-Westfalen haben an elf Tagen pro Jahr frei, in Bayern sind es sogar 13. Die meisten gesetzlichen Feiertage gibt es in der Stadt Augsburg: Hier wird jedes Jahr am 8. August zusätzlich das „Hohe Friedensfes“ begangen. Arbeitnehmer haben in der Stadt also ganze fünf Tage mehr frei als Kollegen im Norden.

DGB-Nord Präsident Polkaehn sieht sich dadurch in seiner Forderung bestätigt: „Die Bundesländer des Südens zeigen, dass man auch mit zusätzlichen arbeitsfreien Tagen hochproduktiv sein kann.“ Mit seiner Forderung steht er nicht allein da. Der niedersächsische Landtagspräsident Bernd Busemann hatte sich im Interview mit unserer Redaktion ähnlich geäußert. Nach dem Willen des CDU-Politikers könnte eine Feiertagsregelung für den „Buß- und Bettag und – wie in diesem Jahre bereits einmalig vorgesehen – den Reformationstag ein Schritt dazu sein.“ Vertreter von SPD und Grünen sprachen sich ebenfalls für einen zusätzlichen Feiertag aus, wollten aber keine Religionsgemeinschaft bevorzugen.

Gegenwind bekommen die Politiker allerdings von der Arbeitgeberseite. „Jeder weitere bezahlte Feiertag kostet allein die niedersächsische Metall- und Elektroindustrie mehr als 80 Millionen Euro“, sagte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Niedersachsenmetall gegenüber unserer Zeitung . Und auch Vertreter der FDP erklärten die Debatte für „überflüssig“.

Gesetzesänderung nötig

Damit es einen zusätzlichen Feiertag in Niedersachsen geben kann, wäre eine Gesetzesänderung nötig. Im sogenannten Feiertagsgesetz ist festgeschrieben, dass am Neujahrstag, Karfreitag und Ostermontag, am ersten Mai, Himmelfahrtstag, Pfingstmontag, am Tag der Deutschen Einheit sowie am ersten und zweiten Weihnachtstag eine allgemeine Arbeitsruhe gilt. Für 2017 wurde einmalig der 31. Oktober als Reformationsjubiläum mit in die Liste aufgenommen. Über eine Änderung wie diese entscheiden letztendlich die Abgeordneten des niedersächsischen Landtags im Mehrheitsbeschluss.


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