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Mehr als 100 Opfer? Kinder zu Sexaufnahmen verleitet: Iburger unter Verdacht

Über das Internet soll ein Verdächtiger aus Bad Iburg Kinder dazu verleitet haben, ihm sexuelle Aufnahmen von sich zu schicken. Foto: dpaÜber das Internet soll ein Verdächtiger aus Bad Iburg Kinder dazu verleitet haben, ihm sexuelle Aufnahmen von sich zu schicken. Foto: dpa

Osnabrück. Cyber-Grooming nennen Experten das Phänomen: Pädo-Kriminelle suchen sich über das Internet minderjährige Opfer und überreden sie zu Nacktaufnahmen. Das Bundeskriminalamt verzeichnet seit Jahren steigende Zahlen. Im Landkreis Osnabrück ist jetzt ein Fall mit mehr als 100 Opfern aufgeflogen.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt gegen einen 32-Jährigen aus Bad Iburg wegen dutzendfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Der Beschuldigte soll unter falscher Identität sieben- bis dreizehnjährige Mädchen und Jungen über das I

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Beim sogenannten Cyber-Grooming machen sich Erwachsene im Internet mit sexuellen Absichten an Kinder und Jugendliche heran. Der Begriff „grooming“ bedeutet im Deutschen „anbahnen“ oder „vorbereiten“. Die Täter geben sich in sozialen Netzwerken und Chats oft jünger aus als sie sind, bauen mit Schmeicheleien Vertrauen auf und belästigen ihre Opfer dann sexuell.

Die Täter sprechen über Liebe und Sex und überreden ihre Opfer oft, ihnen intime Informationen oder Fotos zu schicken. Dann machen sie mit der Drohung Druck, die Bilder im Umfeld des Betroffenen zu verbreiten und stellen weitere Forderungen.

Oft versuchen sie, das Opfer zu einem persönlichen Treffen zu zwingen, bei dem sie es dann sexuell missbrauchen. Die strafrechtlichen Folgen regelt Paragraf 176 des Strafgesetzbuches. Dort heißt es unter anderem:

(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

1.sexuelle Handlungen vor einem Kind vornimmt,

2.ein Kind dazu bestimmt, dass es sexuelle Handlungen vornimmt, soweit die Tat nicht nach Absatz 1 oder Absatz 2 mit Strafe bedroht ist,

3.auf ein Kind mittels Schriften (§ 11 Absatz 3) oder mittels Informations- oder Kommunikationstechnologie einwirkt, um

a)das Kind zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einer dritten Person vornehmen oder von dem Täter oder einer dritten Person an sich vornehmen lassen soll, oder

b)um eine Tat nach § 184b Absatz 1 Nummer 3 oder nach § 184b Absatz 3 zu begehen, oder

4.auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen, durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts, durch Zugänglichmachen pornographischer Inhalte mittels Informations- und Kommunikationstechnologie oder durch entsprechende Reden einwirkt.

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