Geflügelpest in Norddeutschland Vogelgrippe zwingt Zoos in Niedersachsen zum Handeln

Ein zwei Wochen junges Flamingoküken erfrischt sich im Sambesi-Fluss im Erlebnis-Zoo in Hannover (Niedersachsen). Foto: dpa/ArchivEin zwei Wochen junges Flamingoküken erfrischt sich im Sambesi-Fluss im Erlebnis-Zoo in Hannover (Niedersachsen). Foto: dpa/Archiv

Hannover. Das Vogelgrippe-Virus hat den Tierpark Hagenbeck in Hamburg zur vorläufigen Schließung gezwungen. Auch in Niedersachsen sind Zoos und Tierparks auf der Hut. Im größten Vogelpark Europas in Walsrode sind die Verantwortlichen trotz der Gefahr aber gelassen.

Die Geflügelpest in Norddeutschland bereitet den niedersächsischen Zoos und Tierparks Sorgen. „Sollten infizierte Vögel gefunden werden, müssen auch wir schließen“, sagt die Sprecherin des Zoos Hannover, Margitta Feike.

Gänse getötet

Im Hamburger Tierpark Hagenbeck werden nach ersten Ansteckungsfällen Gänse getötet, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Auch der Zoo im hessischen Kronberg wurde geschlossen, nachdem die H5N8-Variante bei einem toten Pelikan gefunden wurde. In Mecklenburg-Vorpommern wurden die Tierparks in Ueckermünde und Sassnitz nach Vogelgrippe-Nachweisen geschlossen.

Zoo Hannover schützt alle Vogelarten

Im Zoo Hannover wurden fast alle Vogelarten vorübergehend in überdachte Gehege gebracht, die durch feine Zaunmaschen vor frei lebenden Vögeln geschützt sind. Außerdem wurde das Wasser aus der künstlichen Flusslandschaft „Sambesi“ abgelassen, damit Vögel von außen dort nicht Unterschlupf suchen. Auch im Zoo in Osnabrück liefen ähnliche Vorsorgemaßnahmen an.

Vogelpark Walsrode bleibt gelassen

Im Vogelpark Walsrode sind die Verantwortlichen gelassen, obwohl gerade dort das Einschleppen der Vogelgrippe schwerwiegende Konsequenzen haben könnte. Rund 4000 teils seltene Tiere leben dort. „Seit dem ersten Frost Anfang November sind unsere Tiere bereits in ihren überdachten Winter-Innengehegen“, sagte Pressesprecher André Schmidt. „Das Risiko, dass die Vogelgrippe die Tiere dort trifft, ist sehr gering - aber nicht auszuschließen.“

Keine Entwarnung

Einzelne Veranstaltungen, die während der Winterpause im Park stattfinden sollten, wurden auf später verschoben, um das Risiko zu minimieren. Am 18. März kommenden Jahres will der Vogelpark wieder für Besucher öffnen. „Wir rechnen nicht damit, dass die Vogelgrippe dann noch eine Gefahr darstellt“, sagte Parksprecher Schmidt. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Institutes lässt sich bisher nicht sagen, wann Entwarnung gegeben werden kann.


0 Kommentare