Tier sucht Wärme und Nähe Kuschelbedürfnis: Wildschwein schließt sich erneut Rinderherde an

Wildschwein Johann ist zu seiner „Adoptiv-Rinderherde“ zurückgekehrt. Foto: Mühlhausen/pidWildschwein Johann ist zu seiner „Adoptiv-Rinderherde“ zurückgekehrt. Foto: Mühlhausen/pid

Meensen. Mehrere Monate lang war er verschwunden – jetzt ist er wieder da: Wildschwein-Waise Johann ist zu seiner „Adoptivfamilie“ auf einer Viehweide in Meensen (Kreis Göttingen) zurückgekehrt.

Das Borstentier hatte sich im Herbst vergangenen Jahres als Frischling der Rinderherde angeschlossen. Vermutlich hatte es zuvor seine Mutter oder den Anschluss an den Rest seiner Familie verloren. Das wärmebedürftige Wildschwein hatte den gesamten Winter bei der Rinderherde verbracht, die ihn liebevoll umhegte. „Im Sommer war Johann dann ein paar Monate weg“, erzählt Landwirtssohn Jakob Kraft, der die Rinder regelmäßig mit Futter versorgt. „Wir wissen nicht, wo er sich herumgetrieben hat. Als es jetzt kälter wurde, ist Johann wieder aufgetaucht.“

Rinder lecken Johann zur Begrüßung ab

Die Rinder hätten ihn freundlich aufgenommen und liebevoll abgeleckt: „Das ist schon faszinierend.“ So wuselt das Wildschwein nun wieder munter zwischen den Rindern umher. Da Jakob Kraft regelmäßig Mais und Heu vorbeibringt, muss es sich um die Ernährungslage im Winter keine Sorge machen. „Johann lässt es sich da richtig gut gehen.“ Zwar gebe es manchmal etwas Gerangel um das Futter, doch insgesamt kämen die Tiere gut miteinander klar. „Manchmal jagt Johann ein paar Kühe weg, aber die boxen sich dann wieder ans Futter heran.“ Auch dass das Wildschwein inzwischen deutlich größer geworden ist, scheint die Rinder nicht zu stören. (Weiterlesen: Wildschwein „Banana“ fühlt sich wohl unter Rindern)

Kuscheliges Stroh für Johann

Das Winterquartier bei den Rindern hat noch einen anderen Vorteil: Junge Wildschweine sind wegen ihrer verhältnismäßig großen Körperoberfläche sehr kälteempfindlich. Durch den Körperkontakt mit den Rindern kann Johann die kräftezehrenden Energieverluste verringern. Außerdem gibt es bei der Weide eine Hütte, in der sich die Rinder unterstellen können. Auch Johann macht es sich dort gerne gemütlich und legt sich ins kuschelige Stroh.


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