Landtagswahl Niedersachsen 2018 CDU nominiert Bernd Althusmann zum Spitzenkandidaten

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Die CDU hat bei ihrem Landesparteitag in Hameln einstimmig Bernd Althusmann zum Spitzenkandidaten nominiert. Archivfoto: dpaDie CDU hat bei ihrem Landesparteitag in Hameln einstimmig Bernd Althusmann zum Spitzenkandidaten nominiert. Archivfoto: dpa

Hameln. Bernd Althusmann ist neuer CDU-Landeschef und Spitzenkandidat der Partei für die Landtagswahl in Niedersachsen. Der Landesparteitag in Hameln nominierte den 49-Jährigen am Samstag in öffentlicher Wahl einstimmig und ohne Enthaltungen zum Herausforderer von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Bei der nichtöffentlichen Wahl zum neuen Landesvorsitzenden der Partei sprachen sich 340 Delegierte in der Rattenfängerhalle für Althusmann aus, fünf stimmten dagegen. Damit erhält der Nachfolger von David McAllister 98,5 Prozent der Stimmen. McAllister stand acht Jahre an der Spitze der Landespartei und will sich nun auf die Arbeit als Europaabgeordneter konzentrieren.

Vor seiner Wahl hatte Althusmann in einer vierzigminütigen Bewerbungsrede seine Vision von „Niedersachsen 2022“ entworfen. Einen Schwerpunkt legte Althusmann dabei auf das Thema Sicherheit. Die Kennzeichnungspflicht für Polizisten und die Beschwerdestelle sollen unter einer CDU-geführten Landesregierung wieder abgeschafft, Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Einbruchskriminalität eingerichtet werden. Das umstrittene rot-grüne Polizeigesetz soll bei einem Wahlsieg am 14. Januar 2018 direkt „in den Papierkorb“, kündigte Althusmann an.

Er wolle „Niedersachsen an die Spitze der Bundesländer führen“, sagte der designierte Landeschef in Hameln. Althusmann versprach für den Fall einer Regierungsübernahme eine höhere Unterrichtsversorgung und mehr Wertschätzung für Lehrer. Zudem versprach Althusmann, bei einer Regierungsübernahme das Landwirtschaftsministerium wieder mit einem CDU-Parteimitglied zu besetzen.


Bernd Althusmann: CDU-Spitzenkandidat mit Afrika-Erfahrung

Bundeswehroffizier, Kultusminister, Leiter eines Stiftungsbüros in Afrika – das sind Stationen im Leben von Bernd Althusmann (49). Der promovierte Pädagoge wurde am Samstag auf dem Landesparteitag der Niedersachsen-CDU in Hameln zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 gekürt. Schon im September hatte die Parteiführung ihn für diesen Posten nominiert.

Althusmann wird den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) herausfordern. In Niedersachsen hatte die Union in der Vergangenheit prominente Ministerpräsidenten wie Ernst Albrecht und Christian Wulff gestellt.

Mit Wulff und dessen Nachfolger David McAllister ist Althusmanns politische Biografie eng verbunden. Der Pastorensohn aus Oldenburg, der sich zunächst für eine Offizierslaufbahn entschied und danach Pädagogik studierte, gehörte zwischen 1994 und 2009 dem niedersächsischen Landtag an. Anschließend war er Staatssekretär im Kultusministerium. 2010 berief ihn der damalige Ministerpräsident Wulff zum Kultusminister. Althusmann behielt dieses Amt, als McAllister 2010 die Nachfolge von Wulff antrat.

Mit zwei Krisensituationen ist Althusmann gut fertig geworden. 2011 geriet seine Promotion in die Kritik: Die Universität Potsdam prüfte seine Doktorarbeit auf Plagiate. Althusmann durfte den Doktortitel behalten. Bei der Landtagswahl 2013 erlitt die CDU unter McAllister eine Niederlage, für Althusmann gab es kein Abgeordnetenmandat mehr. Der CDU-Mann nutzte die Schlappe, um als Leiter des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Namibia Auslandserfahrung zu sammeln.

Althusmann: Raus aus Ministeramt, ab nach Afrika, CDU-Spitzenkandidat

Bei der Landtagswahl 2013 verlor er sein Amt als Minister, dann ging er nach Afrika und nun ist er Hoffnungsträger der CDU: Bernd Althusmann wurde am Samstag zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 gewählt. Wie es dazu kam:

20. Januar 2013: Alles aus - Bei der Landtagswahl verlieren CDU und FDP ihre Mehrheit an SPD und Grüne. David McAllister muss sein Amt als Regierungschef abgeben, Althusmann den Posten als Kultusminister. Er scheitert auch im Wahlkreis und bekommt kein Landtagsmandat.

23. Juli 2013: Althusmann kündigt an, im Dezember als Leiter der Auslandsvertretung der Konrad-Adenauer-Stiftung nach Namibia zu gehen. Eine Rückkehr in die Landespolitik schließt er aber nicht aus.

21. Juni 2015: Nun ist es endgültig: McAllister sagt öffentlich, dass er nicht als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018 zur Verfügung steht. Er sieht seine politische Zukunft auf europäischer Ebene.

1. Juni 2016: Althusmann ist zurück aus Namibia. Er nimmt eine Tätigkeit als Personalberater mit Schwerpunkt Norddeutschland auf.

2. September 2016: Niedersachsens Landtagspräsident Bernd Busemann kündigt an, nicht CDU-Spitzenkandidat werden zu wollen. Er spricht sich für Althusmann aus.

17. September 2016: Landesvorstand und Landtagsfraktion sind sich einig: Althusmann soll Parteichef und Spitzenkandidat werden, so das Votum auf Vorschlag von McAllister.

26. November 2016: Die letzte Etappe auf dem Weg zur Spitzenkandidatur steht an. Althusmann wurde beim Parteitag in Hameln offiziell zum CDU-Spitzenkandidaten gewählt.

David McAllister verabschiedet sich von Delegierten

David McAllister hat sich auf dem Landesparteitag der CDU in Hameln bei seiner letzten Rede als Landesvorsitzender der Partei von den Delegierten verabschiedet. „Es waren acht spannende und ereignisreiche Jahre, mit vielen, vielen Höhen aber auch mit einem besonders bitteren Tiefpunkt im Januar 2013“, sagte McAllister am Samstag mit Blick auf die Landtagswahl vor drei Jahren. Damals wurde die CDU zwar stärkste Kraft, musste die Regierungsmacht aber dennoch an Rot-Grün abgeben.

McAllister stimmte am Samstag die Abgeordneten auch auf den künftigen Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden, Bernd Althusmann, ein. „Er ist eine Persönlichkeit mit Erfolg und Perspektive. Er ist jemand, den ich seit vielen Jahren gut kenne, politisch hochkompetent und das Wichtigste ist: ein feiner Kerl“, lobte er seinen ehemaligen Kultusminister.

Seit 2008 stand McAllister an der Spitze der Landes-CDU, von 2010 bis 2013 war er Nachfolger von Christian Wulff als Ministerpräsident. Nach der knappen Niederlage bei der Wahl 2013 war der 45-Jährige im Mai 2014 ins Europaparlament eingezogen. Bei der Wahl zum Parteivorstand am Samstag trat er nicht erneut an.

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