Weniger Verfahren seit 2013 Schwänzen im Landkreis Osnabrück: So hoch sind die Bußgelder

Schwänzen kann teuer werden, es ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Foto: dpaSchwänzen kann teuer werden, es ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Foto: dpa

Osnabrück. Die Zahl der Anzeigen wegen Schulpflichtverletzungen hat sich im Landkreis Osnabrück in den vergangenen Jahren reduziert.

Schwänzen kann teuer werden, es ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Wenn Schüler dabei erwischt werden, wie sie unentschuldigt dem Unterricht fernbleiben, droht ihnen oder ihren Eltern ein Bußgeld. Zuständig für die Ahndung des Schwänzens ist nicht das Land Niedersachsen, sondern die jeweiligen Landkreise und Städte. Das heißt aber auch, dass die Höhe der Bußgelder niedersachsenweit variieren.

Zehn Euro pro Fehltag

Im Landkreis Osnabrück richtet sich die Höhe des Bußgeldes nach der Summe der Fehltage. Pro Fehltag werden zehn Euro fällig. Fehlt ein Schüler direkt vor oder nach den Ferien, erhöht sich der Betrag sogar auf 50 Euro pro Tag. Die Höchstsumme eines Bußgeldbescheids beträgt im Landkreis Osnabrück 600 Euro, teilt der Landkreis auf Anfrage unserer Redaktion mit. Wer der Adressat des Bußgeldbescheides ist, hängt vom Alter des Schülers ab. Ist der Schüler unter 14 Jahre alt, richtet sich das Bußgeld gegen die Erziehungsberechtigten. Ist der Schüler 14 Jahre und älter, richtet sich das Bußgeld gegen den Schüler.

In den vergangenen Schuljahren haben die Schulen im Kreis weniger Anzeigen wegen einer Schulpflichtverletzung bei der Meldestelle des Landkreises erstattet.

Lag die Zahl der Anzeigen im Schuljahr 2013/2014 noch bei 934, so waren es im Jahr darauf nur noch 899. Im vergangenen Schuljahr reduzierte sich diese Zahl noch mal auf 850. Diese Anzeigen richteten sich gegen insgesamt 418 Personen (2014/2015: 391, 2013/2014: 419).

Weniger Bußgeldverfahren

Wird eine Anzeige von der Schule erstattet, bedeutet dies noch nicht, dass der Schüler beziehungsweise seine Eltern ein Bußgeld bezahlen müssen. Nach Eingang der Anzeige wird dem Schüler und seinen Erziehungsberechtigten eine Woche Zeit gegeben, sich zum Vorfall zu äußern. In den letzten Jahren wurden weniger Bußgelder verhängt. Denn nicht nur die Zahl der Anzeigen, sondern auch die der Bußgeldverfahren hat sich seit 2013 reduziert. Im Schuljahr 2013/2014 lag sie noch bei 733, im vergangenen waren es nur 670 Verfahren, die eingeleitet wurden. Da es einigen der Betroffenen aber nicht möglich ist, die Bußgelder zu zahlen, kann die Strafe aber auch in Sozialstunden abgewandelt werden.


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