Polizei und private Sicherheitsdienste Wie Weihnachtsmärkte in Niedersachsen geschützt werden sollen

Glühwein unter Polizeischutz? Ganz so schlimm ist es nicht. Aber Beamte zeigen Präsenz auf den Weihnachtsmärkten. Foto: dpaGlühwein unter Polizeischutz? Ganz so schlimm ist es nicht. Aber Beamte zeigen Präsenz auf den Weihnachtsmärkten. Foto: dpa

Bremen/Hannover. Weihnachtsmärkte sollen sicher sein. Dafür will die Polizei sorgen. Viele Veranstalter in Niedersachsen und Bremen setzen zudem auf private Sicherheitsdienste. Mancherorts ist das eine Premiere.

Polizeibeamte und private Wachdienste sollen auf den Weihnachtsmärkten in Niedersachsen und Bremen für Ordnung sorgen. Sie sollen die Sicherheit von Besuchern, Schaustellern und Verkäufern gewährleisten, wie eine Umfrage der Agentur dpa ergab. Der Einsatz von Sicherheitsdiensten ist vielerorts seit Jahren üblich. Die Polizei plant eine ähnlich starke Präsenz wie im vergangenen Jahr. (Hier finden Sie eine Übersicht der Weihnachtsmärkte in der Region)

So sieht es in Hannover aus:

In der niedersächsischen Landeshauptstadt werden viele Beamte im Einsatz sein. „Aufgrund der insgesamt hohen abstrakten Gefährdung wird die Polizei Hannover auch dieses Jahr während der Weihnachtsmärkte erhöhte Polizeipräsenz gewährleisten“, teilte eine Sprecherin mit. Um die Sicherheit zu erhöhen, hat die Stadt wie im vergangenen Jahr einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt. „In erster Linie ist die Sicherheit Aufgabe der Polizei“, sagte Sprecher Dennis Dix. Zusätzlich sollten mehrere Personen tagsüber und nachts nach dem Rechten sehen. Der Weihnachtsmarkt in der Altstadt beginnt am 23. November.

So läuft es in Bremen:

In Bremen werden in diesem Jahr erstmals private Sicherheitsdienste auf den Weihnachtsmärkten im Einsatz sein, wie die Sprecherin des Innenressorts, Rose Gerdts-Schiffler, sagte. Ihre Aufgabe sei es, präventiv und deeskalierend aufzutreten, teilte die Polizei mit. Sie sollen auffällige Personengruppen begleiten und gegebenenfalls der Polizei melden, die selbst Beamte in Zivil und Uniform einsetzt. Der Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz öffnet am 21. November. Gleichzeitig beginnt auch der historische Markt Schlachte-Zauber an der Weserpromenade.

Das passiert in Osnabrück:

Das Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt in Osnabrück ist im Vergleich zu 2015 nicht geändert worden, wie eine Sprecherin sagte. Demnach gibt es erneut eine deutliche Polizeipräsenz. Wie in den vergangenen Jahren sollen auch private Firmen für Ordnung sorgen. „Wir haben immer einen privaten Sicherheitsdienst“, sagte die Sprecherin der Osnabrück-Marketing und Tourismus GmbH, Beate Krämer. „Er ist ganzjährig in der Stadt unterwegs - auch auf dem Weihnachtsmarkt.“ Der Osnabrücker Weihnachtsmarkt beginnt am 25. November.

Oldenburg plant Folgendes

Auch in Oldenburg werden viele Beamte unterwegs sein. „Das allgemeine Risiko von Anschlägen ist bundesweit in den letzten Jahren gestiegen“, so Polizeisprecher Stephan Klatte. „Daher ist es auch selbstverständlich, dass die Polizei Oldenburg den Weihnachtsmarkt unter anderem mit dem verstärkten Einsatz ziviler und uniformierter Beamter schützt.“ Der Personaleinsatz werde mindestens so hoch sein wie im vergangenen Jahr. Private Sicherheitsdienste würden seit vielen Jahren eingesetzt, um auch nachts die Sicherung der Wagen und Stände zu gewährleisten. Der Markt in Oldenburg eröffnet am 22. November.

So sieht es in Braunschweig aus:

In Braunschweig sind private Wachdienste auch nichts Neues, wie Heike Prieß von der Braunschweig Stadtmarketing GmbH berichtete. Seit Jahren würden sie auf dem Weihnachtsmarkt eingesetzt. Die Polizeipräsenz werde so stark sein wie 2015, sagte sie. „Wir haben im letzten Jahr aufgerüstet.“ Der Weihnachtsmarkt beginnt am 23. November.

Das ist der Plan im Harz:

Für die rund 20 Weihnachtsmärkte im Harz sieht die Polizei kein besonderes Sicherheitsrisiko. Viele Harzer Orte arbeiten nach Angaben des Tourismusverbandes HTV schon seit Jahren mit Sicherheitskonzepten für ihre Weihnachtsmärkte, die in Kooperation mit der Polizei umgesetzt und jährlich angepasst werden, wie Sprecherin Christin Faust sagte. Private Sicherheitsdienste kämen vor allem nachts zum Einsatz. Zu besonderen Veranstaltungen würden auch ehrenamtliche Helfer zu Wach- und Ordnerdiensten eingeteilt. Dass Menschen aus Sorge um ihre Sicherheit den Weihnachtsmärkten fern bleiben könnten, glaubt Faust nicht. Einfluss auf die Besucherzahl habe eher das Wetter.

Was sagt der Landesverband?

Der niedersächsische Landesverband der Markt- und Schaustellerbetriebe sieht keinen Grund für erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. „Unsere Märkte sind beschauliche Märkte“, sagte der Vorsitzende Arthur Armbrecht. Angst vor Anschlägen habe er nicht. „Wir haben eine gute Verbindung zur Polizei.“ Die Zusammenarbeit sei gut. Der Einsatz von privaten Sicherheitsfirmen sei seit Jahren üblich.


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