10.000 Neuntklässler befragt Studie: Jeder zweite Schüler Opfer von Cybermobbing

Von Dirk Fisser

Opfer von Cybermobbing können sich kaum gegen die häufig anonymen Angriffe wehren. Foto: dpaOpfer von Cybermobbing können sich kaum gegen die häufig anonymen Angriffe wehren. Foto: dpa

Osnabrück. Jeder zweite Schüler in Niedersachsen wird Opfer von Cybermobbing. Das hat eine Studie ergeben, über die die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Laut HAZ hat das Kriminologische Institut Niedersachsen 2015 insgesamt 10.000 Neuntklässler im Land befragt. 51,3 Prozent hätten angegeben, sie seien mindestens einmal im vergangenen halben Jahr digital gemobbt worden. 2013 hätten dies noch 44,1 Prozent der Befragten angeben.

„Tickende Zeitbombe“

Schon lange warnen Experten vor dem Phänomen, bei dem Menschen im Internet – etwa auf der Plattform Facebook – gemobbt werden. Nicht immer bleibt es bei beleidigenden Kommentaren. Manche Täter veröffentlichen dabei auch vertrauliche Informationen oder Fotos ihrer Opfer im Internet.

„Cybermobbing droht zur Zeitbombe des Internets zu werden“, sagte Catarina Katzer, Leiterin des Instituts für Cyberpsychologie und Medienethik im Mai. Weder in Deutschland noch international werde der Entwicklung ausreichend Beachtung geschenkt, hieß es. Auch immer mehr Erwachsene würden zu Opfern, so Katzer. Damit werde ein Phänomen aus der Jugendkultur zu einem gesellschaftlichen Problem aller Altersgruppen. Dennoch wirkten die Cyberattacken bei jüngeren Kindern besonders aggressiv und verletzend. (Weiterlesen: Experten: Cybermobbing droht zur Zeitbombe zu werden)


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