VWG-Flotte umgestellt Oldenburger Busse fahren nun mit Gas

Von Ole Rosenbohm

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Hoher Besuch: Wirtschaftsminister Olaf Lies (M.) bei der Präsentation der VWG-Busse. Foto: ohmHoher Besuch: Wirtschaftsminister Olaf Lies (M.) bei der Präsentation der VWG-Busse. Foto: ohm

Oldenburg. Der Oldenburger Stadtbusbetreiber VWG hat seine Flotte auf komplett auf Erdgas umgestellt. Zur Präsentation kam auch Wirtschaftsminister Lies – und versprach Unterstützung im Überlebenskampf um die neue Konzession.

Oldenburg. Die rund hundert Oldenburger Busse des städtischen Tochterunternehmens VWG fahren nunmehr ausschließlich mit Erdgas. Damit habe Oldenburg die umweltfreundlichste Busflotte Deutschlands, feierte sich das Unternehmen. „Endlich Voll-Gas“ stand auf den beiden am Freitag auf dem Schlossplatz präsentierten Bussen. Und: „Aus Liebe zu Oldenburg“.

Die VWG, das wurde auch deutlich, braucht Zuspruch. Denn wie ein Damoklesschwert hängt die Bewerbung eines Zusammenschlusses aus vier Bewerbern für die Übernahme der nächsten Bus-Konzession ab Juli 2018 über dem Unternehmen. Bruns/Hülsmann aus Varel, Janssen aus Wittmund, Meyering aus Lingen und von Rahden aus Schwanewede haben, wie berichtet, bei der Landesnahverkehrsgesellschaft einen Antrag auf Eigenwirtschaftlichkeit gestellt. Heißt: Sie wollen ohne Zuschüsse auskommen, wären damit rechtlich bevorzugt. Überzeugt der Antrag, stünde die VWG vor dem Aus – und damit wohl auch die Erdgasbusse.

Was schade wäre. Denn tatsächlich weisen die Busse der neuen Generation gute Abgas-Werte auf: Beim vieldiskutierten (weil in Großstädten oft Grenzwerte überschreitenen)Stickoxid statt zwölf Gramm wie bei Euro-3-Dieselbussen pro Kilometer nur noch 0,2 Gramm. „Ich bin sicher, dass wir mit dieser Technik noch im nächsten Jahrzehnt gut fahren werden“, sagt Emschermann.

Nach außen gibt sich VWG-Geschäftsführer Michael Emschermann sicher, dass Eigenwirtschaftlichkeit nicht umsetzbar ist in einem so großen Stadtgebiet wie Oldenburg: Immerhin drei bis vier Millionen Euro bekommt die VWG pro Jahr zum Ausgleich für die Verluste. „Das können die doch nur am Personal reinholen.“ Für die VWG sitzen rund 300 Fahrer am Steuer.

So viele Oldenburger wie sich die VWG erhofft hatte, bewunderten gestern nicht die Busse. Aber immerhin erhielt Emschermann Unterstützung von Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) – auch in Sachen Konzession: Er sei ja für fairen Wettbewerb, sagte Lies, aber „wir haben großes Interesse, dass der Betrieb hier fortgesetzt wird“. In diesem und im vergangenen Jahr steuerte die Landesregierung je eine Million Euro zum Kauf der Gas-Busse bei. Um die ältesten wieder auszutauschen, sind für 2017 sogar 1,5 Millionen im Gespräch.


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