Kürzere Strecken bleiben Zu wenig Läufer: Aus für Marathondistanz in Oldenburg

Von Ole Rosenbohm

Rund um die Oldenburger City: Die Laufveranstaltung ist sehr beliebt – allerdings melden sich nur wenige Teilnehmer für die 42,195-Kilometer-Strecke. Foto: Ole RosenbohmRund um die Oldenburger City: Die Laufveranstaltung ist sehr beliebt – allerdings melden sich nur wenige Teilnehmer für die 42,195-Kilometer-Strecke. Foto: Ole Rosenbohm

Oldenburg. Das Lauffest „Oldenburg Marathon“ wird die Marathondistanz ab 2017 nicht mehr anbieten. Die kürzeren Distanzen bleiben aber im Programm der Veranstaltung, die am 23. Oktober stattfindet.

Die Anmeldezahlen für den nächsten „Oldenburg Marathon“ am 23. Oktober sind gut: Bis Mittwoch hatten sich 2800 Läuferinnen und Läufer für die größte Laufveranstaltung im Weser-Ems-Gebiet und sechstgrößte in Niedersachsen angemeldet, verkündet die Internetseite des ausrichtenden Oldenburger Marathonvereins. Erwartet werden 4000 Teilnehmer, das wäre wie schon 2015 ein Rekord. Wermutstropfen: Die wenigsten Hobbysportler laufen die vollen 42,195 Kilometer. Die meisten begnügen sich mit der halben Distanz oder mit den Rennen auf dem Innenstadtring über zehn und fünf Kilometer.

„Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag“, sagt Dirk Spekker vom Marathonverein. Um die zweimal zu überlaufende, mehr als 20 Kilometer lange Strecke durch halb Oldenburg abzusperren, sind allein 200 der 550 immer schwieriger aufzutreibenden Helfer insgesamt bis zu sieben Stunden gebunden. Zu viele für zu wenig Läufer. 500 Läufer hatte der Verein einst angestrebt, aber nie mehr als 300 erreicht. Die Entscheidung: Die Marathondistanz wird dieses Jahr das letzte Mal angeboten.

Günstige Teilnahmegebühr, wenig Erlebnischarakter

Das Aus für die gesamte Veranstaltung bedeutet das aber nicht. Seit 1986 gab es in Oldenburg den „Citylauf“ über fünf und zehn Kilometer. 2008 kam die ganz lange Distanz als Testballon dazu, seit 2010 ist sie fest im Programm. Aber nicht mehr lange: „Wir müssen realistisch sein“, sagt Spekker. Die Marathons in den Großstädten böten mehr Erlebnis, mehr als die langen Kilometer vorbei an Oldenburgs Vorgärten. Wobei: 45 Euro Teilnahmegebühr unterbietet fast niemand. Auch die übrigen Preise sind günstig: vier Euro für die Kinderlauf-Meile (ab Geburtsjahr 2005), acht für die fünf Kilometer, 15 Euro für die zehn Kilometer.

So bleibt das Lauffest auch ohne das vermeintliche Zugpferd wohl attraktiv. Volksläufe sind ohnehin im Trend. Der Oldenburger „Brunnenlauf“ und der „Sparda-Lauf“ waren zuletzt ausgebucht, auch der „Oldenburg Marathon“ gerät – obwohl ohne Höchstgrenze angesetzt – ans Ende seiner Kapazitäten. Am beliebtesten sind die Strecken über zehn Kilometer (schon 800 Anmeldungen) und über der Halbmarathon (schon 1000 Anmeldungen).

Die Halbmarathondistanz bleibt daher 2017 im Programm. Zwar muss auch hierbei die ganze Strecke abgesperrt werden, aber eben nicht für sechs oder sieben, sondern nur für zweieinhalb Stunden. Ungefähr so lange benötigte übrigens 2014 der Wattenscheider Manuel Meyer für seinen Streckenrekord: 2:33:50 Stunden. Am 23. Oktober kann er zum letzten Mal geknackt werden.

Anmeldungen für die ab 9.30 Uhr startenden Läufe sind online auf oldenburg-marathon.de noch bis zum 15. Oktober möglich. Nachmeldungen können am Tag zuvor in den Schlosshöfen odernoch am Starttag bis 8 Uhr abgegeben werden, sind aber drei bis fünf Euro teurer.


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